Warhammer: Vermintide 2 – Review

Nach etwas mehr als zwei Jahren veröffentlichte das Entwicklerstudio Fatshark nun den zweiten Teil ihrer Warhammer-Adaption im Left4Dead-Style Warhammer: Vermintide 2.

Mit Warhammer: Vermintide 2 wirft uns Fatshark nach dem ersten Teil wieder in die Welt des Warhammer-Universums. Auf dem Plan stehen auch dieses Mal wahre Massaker mit einigen Gegner-Horden. Wer also noch kein Fleisch für den Grill hat, kann hier wahre LKW-Ladungen an geeigneten Ratten-Überresten finden. Wir schnetzeln uns also wieder in feinster Left4Dead-Manier durch die Level und verfolgen nebenbei einer sehr flachen Story. Doch was der Titel ansonsten drauf hat, fasse ich in dieser Review zusammen.

 

 

Story

Ähnlich wie schon im ersten Ableger gibt es in Warhammer: Vermintide 2 fünf verschiedene Helden zur Auswahl. Dabei handelt es sich um einen einfachen Soldaten, einen Zwerg, einen Hexenjäger, eine Magierin und eine Waldläuferin mit Bogen. Dabei besitzt jede Klasse eine Nah- und eine Fernkampfwaffe. Außerdem gibt es verschiedene passive und aktive Eigenschaften, die sie jeweils besitzen. Darüber hinaus besitzt jede Klasse noch zwei weitere Varianten, die sich in der Benutzung der Waffen und der Fähigkeiten unterscheiden. So ist der Hexenjäger im Normalfall mit einem Degen und einer Pistole unterwegs, während der Kopfgeldjäger, die erste „verbesserte Version“, eher auf den Fernkampf geht. Insgesamt gibt es also 15 spielbare Klassen. Die Spezialisierungen lassen sich jeweils mit Level 7 und 12 freischalten. Ist die passende Klasse ausgewählt, geht es endlich in den Kampf.

Naja, zumindest fast. Denn zuerst landet man in der Feste, dem Social Hub des  Spiels. Hier kann man sich ausrüsten, mit den verschiedenen Tränken und Bomben vertraut machen, die Schmiede benutzen und einfach das Gebiet zu erkunden. Natürlich lassen sich von hier aus auch die Missionen starten. In der Fortsetzung des Koop-Titels müssen wir Helmgard und das Imperische Reich aus den Fängen der Skaven und der Chaosarmee befreien. Das war im Prinzip schon die ganze Story. Wir haben drei Akte mit insgesamt 13 Missionen zur Verfügung, von denen vier Stück mit einem Bosskampf enden. An dem Prinzip: Reist in dieses Gebiet und tötet alle Feinde ändert sich über die ganze Spielzeit nichts. Einzige Ausnahme bietet sogenannte „Heldenhafte Taten“, die Loot bringen und verschiedene Schwierigkeiten aufweisen. Beispielsweise erhalten die Spieler während der Partie immer wieder Schaden über Zeit.

 

 

In den einzelnen Leveln gibt es natürlich Ziele, die den Fortschritt der Mission kennzeichnen und hin und wieder sogar zusammenhängen. Das bietet zwar kurzzeitig etwas Abwechslung von dem sonst so eintönigen Metzeln und Morden, hält aber nicht lange. Im Prinzip ist das Einzige, was man macht, Gegnerhorden verstümmeln und hin und wieder einen Elitegegner – oder eben Boss – plätten. Elite-Gegner sind beispielsweise Rattenoger oder eine Chaosbrut. Was nun aber nach dem größten Negativpunkt klingt, tut dem Spiel nicht wirklich etwas ab. Denn das wilde Geschnetzel macht wirklich viel Spaß.

 

Gameplay

Wo wir in Warhammer: End Times- Vermintide noch ohne kurze Einführung oder Erklärung in das Spiel geworfen wurden, sieht das im Nachfolger ganz anders aus. Wir starten in einer Höhle der Skaven und müssen von dort entkommen. Dabei bekommen wir die grundlegende Steuerung erklärt und können auch einen ersten Blick auf vier der fünf Charaktere werfen. Letztere müssen wir nämlich befreien und so wächst unsere Gruppe auch im Tutorial bereits. Nach der Einführung können wir uns frei bewegen und Missionen starten, wie wir lustig sind. Dies geschieht entweder Solo mit Bots oder einer zufälligen Gruppe. Alternativ lassen sich auch bis zu drei Freunde einladen. Als dritte Option gibt es den Lobby-Browser, hier werden aktive Spiele aufgelistet, die noch Spieler suchen. Wer also nicht in ein zufälliges Level geworfen werden will, hat hier zumindest etwas Auswahl. In jeder Gruppe kann ein Charakter aber nur einmal verwendet werden. Spielt also jemand einen Hexenjäger, kann dieser nicht ein zweites Mal der Gruppe beitreten. So wird die Balance garantiert, da vier Nahkämpfer schnell überfordert sein könnten.

 

 

Sind die Ladezeiten vorbei, startet das Level und das Skaven-(oder Chaos-)Fleisch wartet nur auf eure Klinge. Wie bereits erwähnt müssen für den Fortschritt im Level nicht nur Monster getötet werden, sondern auch Aufgaben erreicht. Dabei geht man linear vor, wobei die Level doch etwas Freiraum zum Bewegen bieten. Es gibt oftmals zwei Wege, die zum gleichen Ergebnis führen. Die Charaktere lassen sich dabei flüssig von der Hand spielen und kommen nicht zu kurz. Ob man nun lieber den Fernkampf wählt, sich der Magie verschwört oder doch die gute alte Hau-Drauf-Nummer mag. Für jeden Spielstil ist etwas dabei. Durch die Spezialfähigkeiten der einzelnen Charaktere und Klassen sich die Vorlieben sogar noch ein kleines Stück weiter anpassen. Jeder Charakter kann bis zu fünf Talente wählen, die seinen Charakter noch weiter verbessern. Was allerdings etwas schade, oder eher unglücklich ist, ist, dass Gruppenmitglieder Ereignisse triggern können, ohne, dass die Gruppe zusammen ist. Bedeutet, wenn ein ganz lustiger Mitspieler in der Gruppe ist, können mehrere Horden oder ein Elitegegner inklusive Horden getriggert werden. Das ist alles andere als angenehm.

Nach Abschluss der Level kommt eigentlich schon fast der spaßigste Teil des Spiels. Denn je nachdem wie viele Grimoires und Tomes wir im Level eingesammelt haben, gibt es eine Lootbox, die sich verbessert. Nimmt man so gut wie alles mit, kann man natürlich eine Box bekommen, die sehr seltene Ausrüstung für euch bereithält. In den Level sind insgesamt drei Grimoires und zwei Tomes versteckt. Während erstere nur den Slot für die Heilung blockieren, blockieren letztere den Slot für Tränke. Dafür haben sie aber einen anderen Malus. Denn für das erste Tome gibt es ein Drittel Abzug der Gesundheit. Das Zweite lässt die Gesundheit auf etwas weniger als die Hälfte schrumpfen. Es ist also durchaus eine Herausforderung, alles im Level mitzunehmen und den besten Loot zu ergattern. Wer jetzt aber schon die Fackeln und Mistgabeln aus dem Keller geholt hat, darf sich wieder beruhigen. Die Lootboxen sind nicht käuflich.

 

 

Lediglich für den Levelaufstieg und für den Abschluss der Level und Taten bekommt man solch eine Box, die jeweils drei Ausrüstungsgegenstände in verschiedenen Seltenheiten inne hat. So sammeln sich auch schnell einige Gegenstände an, die nicht mehr für das aktuelle Level ausreichend sind oder einfach sinnlos sind. Diese Items können in der Schmiede für Schrott und Pulver eingeschmolzen werden. Während das Pulver beispielsweise für das Rerollen von Eigenschaften der Ausrüstung dient, ist Schrott für den Anfang wichtiger. Damit lassen sich die Seltenheitsstufen der Ausrüstung erhöhen. Mit jeder weiteren Stufe kommen nämlich auch mehr Eigenschaften hinzu. Besitzt ein graues Item keines, hat ein Orangenes bereits 3 oder mehr. Es ist ein wahrlicher Ansporn, weiteren Loot zu sammeln.

 

Grafik & Sound

Insgesamt wirken der Aufbau und die Designs der Level, Charaktere und sonstigen Umgebungen sehr stimmig. Während Dörfer einen eher ärmlichen Charakter haben, wo viel freie Fläche zu finden ist, die hauptsächlich für Landwirtschaft genutzt wird, sind Städte das komplette Gegenteil. Eine enge Bauweise, gepflasterte Straßen, Mauern aus Stein und verschiedene Tore lassen die Stadt zu einer Stadt werden. Charakteristisch natürlich eher im Mittelalter angesiedelt, aber eben genau das, was Warhammer: Vermintide 2 sein will. Eine Besonderheit sind noch die dunklen Höhlen und Minen, die wirklich sehr dunkel und verwirrend gestaltet sind. Es kommt immer eine passende Atmosphäre durch das Design herüber. Den I-Punkt setzt ein sehr minimalistischer Soundtrack, der punktuell eingesetzt wird. Während man in ruhigen Momenten die Umgebung genießen kann, setzt beim Angriff von Horden oder im Bosskampf schon ein aggressiverer Ton ein. Insgesamt eine ziemlich gut umgesetzte Darstellung, das ein passendes Gesamtbild bildet.

 

 

Fazit

Ehrlich gesagt habe ich nicht sonderlich viel von Warhammer: Vermintide 2 erwartet, einfach, weil es kein großartig anspruchsvolles Spielprinzip ist und mich der Vorgänger nicht wirklich begeistern konnte. Anders sieht es aber nun mit der Fortsetzung aus. Es macht wirklich Spaß, von Runde zu Runde zu springen und in den Level die Ziele zu erfüllen und die Gegner zu besiegen. Durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade, die man auswählen kann, stellt auch wirklich jedes Level eine neue Herausforderung dar, selbst, wenn man es schon kennt. Man macht zwar immer dasselbe, doch man kommt nie in diesen Gedanken, dass man wirklich nur dasselbe macht, hinein. Das bedeutet man fragt sich nie „Jetzt metzel ich ja schon wieder“, sondern man stellt sich der Herausforderung die einem entgegen kommt. Durch das einfache Spielprinzip kommt man wirklich schnell in das Spiel hinein und muss nicht erst stundenlang lernen, um einigermaßen in Ordnung spielen zu können. Verschiedene Features wie die Lootboxen, Sammelbares in den Level und allgemein der Loot, den man kriegt, spornen an, immer noch eine Runde dranzuhängen. Wer Left4Dead mochte, wird Warhammer: Vermintide 2 lieben. Alle anderen sollten sich den Titel definitiv mal anschauen, denn man macht nichts falsch. Gerade, weil für April und Mai noch Mod-Support und Dedizierte Server angekündigt sind.

Warhammer: Vermintide 2

27,99 Euro
6.8

Story

3.0/10

Gameplay

7.5/10

Features

8.5/10

Grafik & Sound

8.0/10

Pros

  • Stabile Server
  • Gameplay
  • Leveldesign
  • Fähigkeitenbäume

Cons

  • Story
  • Grafikfehler
  • Monotonie

Maurice Skotschir

Neben Strategie-Spielen, mit denen mein Leben als Zocker begann, hege ich große Liebe zu Rollenspielen und Shootern gleichermaßen. Musikalisch bewege ich mich am liebsten im deutschen Rap und allgemein im (Hard)Rock. Als Redakteur konnte ich bereits bei spieletipps erste Erfahrungen sammeln und seit Mitte 2015 schreibe ich für die Redaktion von shooter-szene.de.