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Evil Genius 2-Review: Kann Konsole herrlich schurkisch?

Seit dem Frühling 2022 ist Evil Genius 2 bereits auf dem PC verfügbar, nun folgten die Konsolen-Versionen. Ist die Portierung auch gelungen?

Selten gab es mehr gerechtfertigte Gründe, böse zu sein.
Maurice Skotschir

Rebellion Interactive wagt den Schritt und bringt das PC-Spiel Evil Genius 2 auch auf die Konsolen. Das ist ein gewagter Schritt, denn solche Basenbau-Simulationen sind nicht einfach auf eine Konsole zu bringen, immerhin können mit Maus und Tastatur Eingaben deutlich präziser ausgeführt werden. Doch nicht nur das, Tastaturen und Mausklicks erlauben auch eine deutlich höhere Anzahl an ausführbaren Aktionen. Controller hingegen sind damit zehn Tasten deutlich eingeschränkter und es erfordert viel mehr Zeit, gewisse Aktionen auszuführen oder Dinge zu platzieren. Viele (große) Titel sind derweil auch an der Portierung gescheitert oder haben es gar nicht erst versucht. Wie also haben es Rebellion umgesetzt? Wir haben uns den Titel angeschaut und verraten es euch!

Da wir den Titel bereits für den PC ausführlich getestet haben, beschränken wir uns in dieser Review auf die nötigsten Dinge. Für mehr grundlegende Informationen zum Spiel und dessen Ablauf könnt ihr hier den ausführlicheren Test finden.

Den inneren Bösewicht wecken

Bei Evil Genius 2 handelt es sich um ein Tycoon-basiertes Spiel, bei dem es darum geht, in die Rolle des Bösen zu schlüpfen. Dazu stehen uns vier vorgefertigte Charaktere zur Auswahl, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten innehaben und eine andere Superwaffe bauen und nutzen können. Mit Maximilian beispielsweise können wir einen unserer Mitarbeiter ins Jenseits befördern, um die Moral derer zu erhöhen, die dem Zeuge werden. Seine Superwaffe steht ihm im späteren Verlauf in Form einer Kanone bereit, die ganze Landstriche in Gold verwandelt. Als Kollateralschaden könnten aber auch ein paar unserer Mitarbeiter vergoldet werden. Diese können wir dann allerdings gewinnbringend verkaufen.

Dass es sich dabei um eine Waffe handelt, die anderen Nationen nicht so gut gefallen könnte, müssen wir uns stetig darum bemühen, Geheimagenten anderer Nationen abzuwehren und unsere eigentlich gut getarnte Basis zu schützen. Dazu stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst errichten wir eine Tarnfirma im vorderen Bereich der Insel, um mögliche Spione so lange wie möglich zu beschäftigen. Vielleicht verlieren sie ja das Interesse, sich hier umzusehen? Ansonsten können wir die großen Gänge unserer Basis mit fiesen Fallen und rauflustigen Rüpeln spicken.

Ein Plan sie alle…

Doch nicht nur die Superwaffe unseres namensgebenden Genies gilt es, vor den interessierten Augen der feindlichen Spione zu schützen. Sondern auch die verschiedenen Räume, die wir errichten müssen, um der Weltherrschaft einen Schritt näherrücken zu können. Besonders der Kontrollraum, in dem wir unsere Sendeleistung generieren, die wir auf der Weltkarte benötigen, scheint interessant. Mit der Sendeleistung können wir nämlich kriminelle Netzwerke auf der ganzen Welt ausheben und von dort aus Pläne zur Unterstützung unserer Basis ausführen. Um sich der Welt zu bemächtigen, benötigt es immerhin auch Geld und neue Rekruten.

Im weiteren Verlauf des Spiels rekrutieren wir zudem wissbegierige Wissenschaftler und tüftelnde Techniker, damit wir nicht nur auf der Stelle treten, sondern uns auch stetig weiterentwickeln. All das verlangt im späteren Verlauf immer mehr Mikromanagement. Denn es sollten mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit ausgeführt werden, um optimal alle zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen zu können. Beispielsweise sammeln wir über das Ausführen der Pläne auf der Weltkarte Geld, das wir auch sinnvoll investieren müssen, bevor unser Tresor vollläuft, der auch nur eine begrenzte Größe hat.

Überraschend intuitive Steuerung

Zum Glück gibt es ein umfangreiches Tutorial, das uns langsam an alle wichtigen Aufgaben, Räume und Steuerungsmöglichkeiten heranführt. Wir werden also nicht ins kalte Wasser geschmissen und müssen herausfinden, welche Taste welche Aktion bewirkt. Und an dieser Stelle lässt sich sagen, dass Rebellion damit einen guten Job bei Evil Genius 2 geleistet haben. Die Steuerung auf dem DualSense-Controller der PlayStation 5 ist einfach, intuitiv und übersichtlich gestaltet. Natürlich geht alles längst nicht so flüssig von der Hand, wie an einem PC, wie eingangs bereits erwähnt, aber für eine Konsolenversion erstaunlich gut.

Ebenfalls erstaunlich gut haben die Entwickler es hinbekommen, jedem Raum eine eigene Persönlichkeit zu verleihen. Es macht eine Menge Spaß, sich in den freien Minuten, die wir haben, auch mal umzusehen und die Details zu betrachten, von denen es eine Menge gibt. Unsere Schergen wuseln durch die Basis und gehen dabei ihren zahlreichen Aufgaben nach.

Auch technisch top

Auch sonst wurde bei Evil Genius 2 ein guter Job geleistet. Technisch fielen uns beim Testen keine größeren Schwierigkeiten oder gar Probleme auf. Das ist besonders dahingehend überraschend, da es doch viele mögliche Stellen gibt, an denen Probleme hätten auftreten können. Ein solcher Punkt ist zum Beispiel immer die KI, die immer mal wieder Spielraum für komische Situationen lässt. Bis auf ein paar kleinere Sachen, die nicht weiter ins Gewicht fallen, ist uns allerdings nichts aufgefallen.

Auf der PlayStation 5 läuft es, auch bei größeren Basen, schön flüssig. Selbst wenn viel auf dem Bildschirm los ist, bleibt die Bildrate konstant. Was wollen wir mehr? Lediglich der Comicartige Stil des Spiels könnte bei manchen Spielern nicht auf Gegenliebe stoßen. Doch insgesamt ist der Look gut gewählt und passt zum Setting, sodass hier nicht wirklich viel Raum für Kritik ist.

Fazit

Rebellion hat sich mit der Portierung von Evil Genius 2 ein großes Ziel gesetzt. Immerhin gibt es deutlich einfachere Aufgaben, als einen Strategie-Titel von dem PC auf die Konsolen zu bringen. Doch, was soll ich sagen? Sie haben es geschafft und das sogar mit einer ziemlich intuitiven Steuerung, die gut von der Hand geht. Auch die sonstigen Schwierigkeiten, die solch ein Vorhaben aufbringen kann, wie technische Stabilität, zusätzliche Fehler im Spiel, haben sie gekonnt übergangen. Man sagt es nicht oft, aber Konsolenspieler können hier, bis auf die unterschiedliche Steuerung, die gleiche Erfahrung machen, wie auf dem PC. Wer also nur eine Konsole besitzt, und auch mal in die Rolle eines Bösewichts schlüpfen möchte, kann problemlos zuschlagen. Selten gab es mehr gerechtfertigte Gründe, böse zu sein.

Der PS5-Key wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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