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Bethesda Deathloop Featured Spiele-Review

Deathloop im Test: Gelungener Genre-Mix?

Mit Deathloop erschaffen die Dishonored-Entwickler der Arkane Studios eine neues ambitioniertes Franchise und mixen verschiedene Konzepte.

Deathloop vermischt interessante Konzeptideen sinnvoll miteinander.
Maurice Skotschir

Deathloop ist der neueste Streich der Arkane Studios, die sich unter anderem mit Dishonored einen Namen gemacht haben. Schon seit 20 Jahren existiert das Studio, das sich auch für die Neuauflage von Prey auszeichnet. Das jüngste Werk des Studios wirkt jedoch besonders ambitioniert und versucht gleich mehrere verschiedene Konzeptideen miteinander zu vereinen. Wir haben uns den Titel mal genauer angeschaut und sagen euch, ob das auch funktioniert!

Ich bin… wer nochmal?

Wir schlüpfen in die Rolle von Colt, der ohne Erinnerungen am Stand einer Insel auf, die auf den Namen Blackreef hört. Er kann sich auch nicht daran erinnern, wie er dort hingekommen ist. Auf der Suche nach Antworten durchsucht er den nahegelegenen Bunker und macht Bekanntschaft mit Julianna, die ihn zu kennen scheint. Julianna warnt ihn davor, den Loop zu durchbrechen und wenn er das doch versuchen würde, würde sie ihn töten. Das hat sie scheinbar auch schon mehrfach getan.

Der sogenannte Loop ist eine sich immer wiederholende Zeitschleife. Am Ende des Tages dreht die Uhr wieder auf Anfang und es vergeht kein Tag. Es beginnt alles wieder von vorne. Warum das so ist, und wie es dazu kam, deckt ihr im Verlauf der Geschichte mit Colt auf. So viel sei jedoch gesagt: Es gibt den ein oder anderen Plot-Twist im Rahmen der Story, die auch wir nicht haben kommen sehen.

Sammelt alles, was ihr findet!

Was wir euch allerdings unverblümt sagen können, ist eure Aufgabe. Denn um den Loop zu durchbrechen, müsst ihr insgesamt acht Visionäre töten. Was erstmal nicht so schwer klingt, ist gar nicht so einfach. Denn das alles muss am selben Tag passieren, da sich sonst die Zeit zurückdreht und auch die bisher getöteten Ziele wieder leben. Um das zu erreichen, sammelt ihr fleißig Hinweise auf die Aufenthaltsorte und sorgt durch gewisse Handlungen dafür, dass sich mehrere Visionäre zur selben Zeit am selben Ort aufhalten.

Doch keine Angst, die Hinweise, die ihr sammelt, behaltet ihr. So helfen euch bestimmte Informationen auch immer mal wieder, schneller voranzukommen. Beispielsweise Codes für Türen, Tresore oder dergleichen. Eure aufgesammelten Waffen, Fähigkeiten und Extras verliert ihr allerdings mit dem Beginn eines neuen Tages. Doch ihr entdeckt schnell eine Möglichkeit, wie ihr sie doch behalten könnt: Residuum.

Wertvolles Residuum

Das Residuum ist eine Art Energie, die ihr aus leuchtenden Objekten ziehen könnt und in andere Gegenstände transferiert. Damit lassen sich auch Waffen, Tafeln oder Siegel anreichern, sodass ihr diese beim Beginn eines “neuen” Tages immer noch habt. Tafeln stellen dabei besondere Fertigkeiten dar, die ihr von den Visionären bekommen könnt. Zum Beispiel kurzfristige Unsichtbarkeit oder die Möglichkeit zur Teleportation.

Waffen lassen sich Gegnern, die ihr getötet habt, abnehmen, oder liegen in manchen Gebäuden herum und warten nur darauf, aufgesammelt zu werden. Die Siegel stellen Verbesserungen für eure Waffen oder Colt selbst dar. Doppelsprung, höhere Präzision oder stärkere Verteidigung. Was ihr aber ausnahmslos immer dabei habt, ist das Hackamajig, ein Tool, mit dem ihr an bestimmten Stellen hacken könnt. Außerdem dient es als Funkgerät zur Kommunikation.

Der Genre-Mix

Ihr merkt schon, hier steckt eine gewiefte Mischung aus unterschiedlichen Konzepten in Deathloop. Sogar ein Roguelite-Aspekt, bei dem ihr immer wieder gesammelte Gegenstände verliert, euch über die Versuche hinweg aber doch verbessern könnt. Dazu eine Zeitschleife, die immer wieder von vorne beginnt und das Sammeln von Hinweisen, um das optimale Vorgehen zu planen.

Dabei wartet das Spiel vor allem mit intelligenten Rätseln und einer Menge Geheimnisse auf euch, die ihr erkunden wollt. Es macht richtig Spaß herauszufinden, was wozu gehört und neue Bereiche zu entdecken. Natürlich bekommt ihr auch immer wieder Hinweise darauf, damit ihr nicht ziellos durch die Gegend laufen müsst. Allerdings werdet ihr einen Großteil der Zeit damit verbringen, euch in feinster Ego-Shooter-Manier um die Gegner zu kümmern. Denn die lauern an jeder Ecke und bewachen auch des Öfteren wichtige Orte.

Vier Gebiete, vier Tageszeiten

Beim Erkunden steht ihr aber unter keinem Zeitdruck, denn der Tag in Deathloop ist in vier Tageszeiten aufgeteilt: Morgen, Mittag, Nachmittag, Abend. Während ihr euch zu einer Tageszeit in einem Gebiet aufhaltet, vergeht die Zeit nicht. Erst, wenn ihr wieder zurück zum Bunker lauft, wechselt die Zeit auf die jeweils nächste. Hinzukommt, dass sich die Schauplätze je nach Zeit auch unterscheiden. Dadurch lohnt es sich, die Gebiete in Deathloop zu jeder Tageszeit mal besucht zu haben.

Die vier Gebiete, die ihr während des Spielens durchstreift, sind gut designt und optisch auch ansprechend. Sobald ihr zwei, dreimal über eine der Karten gelaufen seid, könnt ihr euch gut orientieren und verlauft euch nie. Und keine Angst, selbst wenn ihr nicht vorsichtig seid und einen dummen Fehler begeht und sterbt, ist der Durchlauf noch nicht vorbei.

Eine Reprise Wiederbelebung, bitte

Dank der Reprise-Mechanik, dürft ihr zweimal innerhalb eines Gebietes sterben, ohne dass sich der Loop zurücksetzt. Sterbt ihr jedoch ein drittes Mal, beginnt die Zeitschleife von vorne. So dürft ihr euch einen Fehler erlauben, ohne sofort hart bestraft zu werden. Beim Vorgehen gegen die Visionäre könnt ihr ebenfalls keine Fehler machen, denn es gibt keine wirklichen Alternativen, diese auszuschalten. Es gibt einen vorgefertigten Weg, den ihr am Ende, aber auch zwischendrin, bestreitet, um sie zu töten.

Auf dem Weg dahin wird auch die größte Schwäche des Spiels offenbart: die KI. Sie agieren nicht sonderlich klug, selbst wenn sie euch mal entdeckt haben. Die Widersacher wirken nicht so, als würden sie wirklich alles versuchen, um zu verhindern, dass ihr den Loop unterbrecht. Eher so, als machen sie nur das Nötigste, um nicht bestraft zu werden. Das ist etwas schade, immerhin kämpft ihr größtenteils nur gegen die Söldner. Größtenteils. Immerhin ist da noch Julianna, erinnert ihr euch?

Die schon wieder…

Julianna ist eure größte Widersacherin – und der nervigste Faktor im Spiel. Die Idee von ihr ist durchaus gut, denn sie dringt in euer Gebiet ein und jagt euch, um euren Plan zu durchkreuzen. Doch statt wirklichen Nervenkitzel auf den Plan zu rufen, ruft sie bei uns nur Augenrollen herbei. Klar, es braucht einen Gegenpart zu Colt, der auf jeden Fall um jeden Preis verhindern möchte, dass wir Fortschritt machen. Dennoch wirkt sie eher wie ein limitierender Faktor.

Teilweise trefft ihr sie an jedem Tag mehrmals und müsst zusätzlich noch eine Antenne hacken, die immer wieder am gleichen Ort steht, um wieder zum Bunker zu kommen. Das ist nicht nur lästig, sondern überflüssig. Hier sei aber auch noch gesagt, dass der einzige Mehrspieler-Teil von Deathloop durch Julianna zum Einsatz kommt. Als Spieler könnt ihr in die Rolle von ihr schlüpfen und so versuchen, anderen ihren Loop zu versauen. Glücklicherweise gibt es auch die Möglichkeit, ohne diese Komponenten zu spielen.

Technisch sauber

Ansonsten gibt es aber nichts am Spiel auszusetzen. Die PlayStation 5-Version läuft technisch rund. Grafisch bietet der Titel zwar keine High-End-Optik, muss sich aber auch nicht verstecken. Das Setting ist klug durchdacht und ausgearbeitet. Die Rätsel sind toll und motivierend umgesetzt und die Soundkulisse ist ein sinnvoller Mix aus Hintergrunduntermalung und Effekten. Die deutsche Sprachausgabe ist professionell und gelungen und unterstützt die Atmosphäre passend. Außerdem nutzt das Spiel den Lautsprecher des DualSense-Controllers, wenn Julianna sich bei euch meldet oder ihr Audio-Logs abspielt.

Fazit

Ehrlich gesagt ging mir die ständige Präsenz von Deathloop in allen möglichen Konferenzen und Shows ziemlich auf die Nerven. Überall musste ein Trailer gezeigt werden. Dennoch fand ich das, was ich vom Spiel gesehen habe interessant. Und ich habe es nicht bereut, mir den Titel genauer angesehen zu haben. Deathloop vermischt interessante Konzeptideen sinnvoll miteinander und verbindet eine interessante Geschichte, mit tollen Rätlsen und einem Rogue-lite-Aspekt, der einem nicht so gnadenlos vorkommt. Die einzigen großen Schwächen sind leider die KI und den Nerv-Faktor Julianna. Ihr solltet definitiv einen Blick auf den Titel werfen, gerade, wenn euch Dishonored gefallen hat.

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