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In Full Bloom im Kurztest: Stetiges Wachstum

„In Full Bloom“ ist auf den ersten Blick ein grotesk wirkendes, inkrementelles Spiel, bei dem es darum geht, ein Geschöpf stetig zu füttern.

Im inkrementellen Spiel „In Full Bloom“ begleiten wir ein grotesk-eklig wirkendes, kleines Geschöpf dabei, wie es langsam aber stetig wächst und immer mehr verschlingt. Dabei füttern wir es mit den verschiedensten Dingen – vom anfänglichen Bakterium, über Häuser und Landstriche, bishin zu anderen Planeten. Die Reise offenbart dabei nicht selten skurrile Momente. Welchen Charme der Titel hat, fassen wir euch in unserem Kurztest zusammen.

Quelle: obleak Games

Das Baby

In den letzten monaten blühen inkrementelle Spiele, also jene, die auf stetigem Wachstum basieren und meistens eine Idle-Komponenten haben, immer mehr auf. Entsprechend werden auch die verschiedensten Ansätze und Settings ausprobiert. Bei „In Full Bloom“ betreuen wir ein ein Geschöpf, das von den Entwicklern bei obleak Games als „Baby“ bezeichnet wird. Es strotzt nur so vor unstillbarem Hunger und muss immer weiter gefüttert werden. Und unsere Aufgabe ist es, es zu füttern

Dabei ist das „Baby“ anfangs nicht mehr als eine widerwärtige, kleine Fleischmasse, die abstoßend gestaltet ist. Gerade auch, weil es ständig ein klägliches Grunzen von sich gibt. Der wohl größte Alptraum, gerade für Menschen mit Misophonie (also „Hass auf Geräusche“), sind die Geräusche, die das Wesen beim Fressen und Verdauen von sich gibt. Selbst wir, ohne Misohponie, sind bei dem ein oder anderen Geräusch angespannt zusammengezuckt. Das wäre ja noch halbwegs verkraftbar, wenn diese Geräusche nur manchmal auftreten würden, aber da es unsere Aufgabe ist, unentwegt Futter nachzuschieben, hören wir diese auch die ganze Zeit.

Katamari-Style

Wie bereits erwähnt müssen wir das Wesen ohne Pause füttern, immerhin hat es einen unstillbaren Hunger und verlangt nach immer mehr und mehr. Dabei ist das Wachstum exponentiell. Wir beginnen mit einem kleinen Wesen, das sich von verschiedenen Bakterien ernährt, bis es groß genug ist, um Würmer und Maden zu verschlingen. Dann füttern wir es plötzlich mit Häusern und Bäumen, oder warum nicht auch gleich mit ganzen Landstrichen. So beginnen wir also als ziemlich kleines Objekt, das von Gefahren umgeben zu sein scheint, um kurz darauf festzustellen, dass wir nun die Gefahr für die Objekte sind.

Wer sich darunter bisher noch nicht so viel vorstellen konnte, kann an „Katamari“ denken. Dort ist das Prinzip ein Ähnliches. Man beginnt als kleines Objekt und überrollt immer mehr Gegenstände und wächst so langsam heran, bis eine gewaltige Größe erreicht ist und einen nichts mehr aufhalten kann. Der wohl größte Unterschied zu Katamari ist allerdings, dass es keinen harten Übergang zwischen den Level gibt – es wird also kein Fortschritt zurückgesetzt.

Quelle: obleak Games

Schnelle Abnutzung

Während anfangs noch alles neu, grotesk und ein Stück weit auch makaber wirkt, nutzt sich das Spielprinzip bereits nach kurzer Zeit etwas ab. Es ist gleichermaßen unterhaltsam, aber auch mühßig, ständig neue Gegenstände in den Schlund des Babys zu ziehen. Die unterhaltsame und befriedigende Komponente kommt daher, dass wir stetigen Fortschritt beobachten und zusehen können, wie das Baby wächst. Und vor allem, wie es zur Gefahr für alles um sich herum wird. Doch spätestens nach 20 Minute ist klar, was passieren wird und wie es weitergeht. Insgesamt haben wir für einen Durchlauf gerade einmal um die 40 Minuten gebraucht.

Der Fokus von „In Full Bloom“ liegt also auf mehrfachem Spielen, gerade weil es vieles zu entdecken gibt, das auf den ersten Blick gar nicht so interessant wirkt. Beispielsweise versammeln sich recht früh im Spiel fliegende Bakterien um das Baby – und ein Erfolg besagt, das Baby mit allen davon zu füttern. Darauf hätten wir im ersten Durchlauf gar nicht so wirklich geachtet. Wer Spiele nicht mehrfach spielt, muss sich fragen, ob die 3,65 € einem das wert sind.

Graustufen

Trotz dessen, dass es abseits des stumpfen Fütterns noch einiges zu entdecken gibt, hat das für uns nicht gereicht, wieder und wieder einen neuen Durchlauf zu starten. Dafür ist der Titel nicht ambitioniert genug und liefert – abseits von Erfolgen – kaum Anreize, nochmal neuzustarten. Auch die optische Aufmachung in verschiedenen Graustufen ist nicht für jede Person etwas. Ähnlich wie der Gameplay-Loop nutzt sich auch die Gestaltung schnell ab. Anfangs wirkt es noch interessant und frisch, aber bereits nach kurzer Zeit ist es einfach da, ohne große Besonderheit. Etwas schade, da der grundlegende Ansatz recht spannend scheint. Insgesamt wird hier aber zu wenig draus gemacht.

Quelle: obleak Games

Fazit

„„In Full Bloom“ betritt das Genre der inkrementellen Spiele mit einem interessant wirkenden Ansatz, in dem wir eine Kreatur mit unstillbarem Hunger stetig füttern müssen. Auch der Ansatz der Optik, alles in Graustufen darzustellen, passt zur Thematik, nutzt sich aber ähnlich wie das Spielprinzip schnell ab. Ohne Pause Objekte in den Schlund des Babys zu ziehen ist auf Dauer einfach wenig motivierend. Wer sich Zeit lässt, braucht vermutlich etwa eine Stunde für einen Durchlauf. Ob das ausreichend ist? Selbst bei einem Preis von 3,65 € wirkt das etwas sehr kurz. Denn insgesamt bietet der Titel leider wenig Anreize, es mehrfach zu spielen und damit fällt vermutlich auch ein großer Teil der angedachten Spielzeit weg. Wer noch neu im Genre der inkrementellen Spiele ist, kann sicherlich mal einen Blick wagen. Wir sehen aber wenig Anreize, es grundsätzlich zu empfehlen.„

Der Review-Key wurde uns freundlicherweise vom Entwickler zur Verfügung gestellt.

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