Mewgenics ist der neue Streich vom „The Binding of Isaac“-Erfinder Edmund McMillen – und mindestens ähnlich verrückt wie das Indie-Roguelike.
Mit Mewgenics ist ein neues Spiel vom „The Binding of Isaac“-Macher Edmund McMillen erschienen. Nach eigener Aussage hat er über 12 Jahre an dem Spiel gearbeitet – natürlich nicht durchgehend. Außerdem sei es das Spiel, das er schon immer machen wollte und jetzt endlich konnte. Um zu verstehen, was Mewgenics für ein Spiel ist, solltet ihr euch auf jeden Fall mal The Binding of Isaac anschauen, denn hier liegt vieles von dem zugrunde, was es ausmacht. Allen voran: der Humor. Doch um es kurzzufassen: Bei Mewgenics handelt es sich um ein rundenbasiertes Taktikspiel mit Roguelike-Elementen, in dem wir vor allem Katzen züchten, um diese kämpfen zu lassen. Wir haben uns den Titel mal angeschaut und verraten euch, was euch erwartet.
Dr. Beanies
Selbstverständlich gibt es auch ein paar Story-Elemente, die sich vor allem rund um die Einführung ins Spiel drehen. So erhalten wir von Dr. Beanies zwei Katzen, mit denen wir unsere ersten Schritte wagen – die dritte, die zur Auswahl steht wird nach unserer Wahl „entsorgt“. In rundenbasierten Kämpfen lassen wir die haarigen Vierbeiner dann antreten und kümmern uns um mal mehr, mal weniger groteske Wesen. Manche davon kennen wir sogar aus Isaac – für Fans von McMillen ist also gesorgt!
Haben wir uns entlang des Pfads gehangelt und kehren nach Hause zurück, offenbart sich das zweite Herzstück des Spiels: das Züchten. Denn wir lassen die Vierbeiner nicht nur bei uns wohnen und versorgen sie mit Essen, nein, wir wollen, dass sie ihre Gene und Fähigkeiten weitergeben. Am Ende soll die perfekte Katze entstehen, bis aufs Optimum gezüchtet!
Dicke Schellen
Nach der kurzen Einführung können wir Gruppen aus vier Katzen auf Abenteuer schicken. Dabei wählen wir vor dem Start aus, welche Katze welches Halsband bekommt. Das definiert nämlich jeweils die Klasse eines Vierbeiners und reicht dabei vom robusten Tank, über den zaubernden Magier hin zum elfischen Fernkämpfer. Im Verlauf des Spiels bekommen wir dann noch weitere Klassenhalsbänder, wie beispielsweise den Kleriker oder den Nekromanten, dazu.
Doch die Halsbänder definieren nicht nur die Klasse, sie verstärken auch jeweils für die Klasse nützliche Eigenschaften, von denen die Katzen immer einen Basiswert haben. Zudem verleihen sie auch immer noch zusätzliche Fertigkeiten, die im Kampf genutzt werden können. Die Stärke und Überlebensfähigkeit der Vierbeiner hängt nämlich stark von den Eigenschaften ab. Wer einen hohen Konstitutionswert hat, hält mehr aus. Wer als Nähkämpfer einen hohen Stärkewert hat, der verteilt entsprechend dickere Schellen. Und die wollen wir verteilen!
Zug um Zug
In den Kämpfen selbst läuft alles rundenbasiert, auf einem quadratischen Raster, ab. Eine Zugreihenfolge gibt vor, wer an welcher Stelle im Kampf am Zug ist und handeln kann. Dabei können wir die Katzen in jeder Runde bewegen, sie können eine eigene Fähigkeit auslösen und zusätzlich noch „zaubern“. Letzteres benötigt jedoch Mana, von dem wir in jeder Runde etwas bekommen. Diese Zauber lassen sich dann auch beliebig oft – wenn genug Mana vorhanden ist – auslösen. Außerdem können wir den Katzen noch Ausrüstung anziehen, die ebenfalls besondere Effekte haben kann. Doch dazu gleich mehr.
Gegner agieren dabei auf die gleiche Weise pro Runde, sodass unsere eigenen Züge immer wohlüberlegt sein sollten. Zumal das Spiel selbst festlegt, auf welchem Weg der Vierbeiner sich bewegt, wenn wir ein Feld anvisieren. Wir können uns leider nicht Stück für Stück vorwärts bewegen und beispielsweise flammenden Felder ausweichen, um Schaden zu vermeiden. Das finden wir leider etwas schade, immerhin kann jeder einzelne Schadenspunkt am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Spannende Kombinationsmöglichkeiten
Besser finden wir da die Beute, die wir am Ende eines Kampfes bekommen. Diese besteht nicht nur aus Geld und Nahrung, sondern es kann auch sein, dass wir einen Gegenstand erhalten, mit dem wir unsere Katzen ausrüsten können. Diese Ausrüstung verstärkt bestimmte Eigenschaften einer Katze und kann ihr neue Fähigkeiten oder Zauber bringen, die wir auslösen können. Es ist also durchaus sinnvoll zu schauen, welcher Gegenstand am besten zu welchem unserer prächtigen Züchtungen passt. Das wird vor allem im Verlauf des Spiels wichtig.
Am Anfang prügeln wir meist eher stumpf auf unsere Feinde ein und schauen einfach, dass wir überleben und möglichst viel Beute machen. Doch mit jeder weiteren Runde entdecken wir mehr Feinheiten des Spiels und dass es durchaus sinnvoll ist, auch seine Umgebung mit einzubeziehen. So sammeln wir noch mehr Geld und Gegenstände und entdecken noch verrücktere Kombinationsmöglichkeiten und damit Strategien, die wir in den Kämpfen anwenden können. Es gibt einfach so viele spannende Kombinationen, die sich gegenseitig beeinflussen.
Permadeath
Sollte ein Kampf mal nicht so laufen, wie wir das wollen und unsere Gruppe stirbt, konfrontiert uns das Spiel mit der harten Realität des Permadeaths. Tote Katzen bleiben tot, ausgerüstete Gegenstände sind verloren. Auch wir haben schon der ein oder anderen Katze hinterhergetrauert, weil sie einfach so eine fantastische Mischung aus Eigenschaften und aktiven und passiven Fähigkeiten hatte – plus teure Ausrüstung. Umso schöner ist aber natürlich auch das Gefühl, wenn am Ende eines Durchlaufs die gesamte Gruppe überlebt hat!
Nach einem Durchlauf geht es, wie bereits erwähnt, zurück nach Hause und unsere Abenteurer brauchen etwas Pause. Denn nach einem erfolgreichen Ausflug sind sie erstmal „im Ruhestand“, bedeutet, wir können dieselbe Gruppe nicht noch einmal losschicken. Und hier kommt die Zucht wieder ins Spiel, denn wir brauchen neue Streiter der Gerechtigkeit! So nehmen wir jeden Tag neue Streuner auf, die zu den anderen passen und werden „Altlasten“ an Nachbarn los, die uns damit helfen, unser Haus aufzuwerten.
Derber Humor
Und das ist sehr wichtig, denn ohne die richtige Atmosphäre im Haus, bekommen wir Probleme. Ist der Komfort zu niedrig, paaren sich die haarigen Vierbeiner nicht und kämpfen stattdessen nicht selten auf Leben und Tod. Wegfallendes Zuchtmaterial ist ganz schlecht für uns! Denn gerade im späteren Verlauf achten wir immer mehr und mehr darauf, möglichst gute Gene zusammenzubringen. Dabei hilft uns auch das Freischalten der Möglichkeit, die Abstammung unserer Katzen einzusehen. Nicht selten sehen wir dort, dass doch nicht so wenig Inzucht betrieben wird, wie wir das gerne hätten.
Was wir nicht ändern wollen würden wäre der Grafikstil, der dem von Isaac sehr ähnelt. Es ist einfach teils sehr grotesk und abstoßend, aber doch immer passend. Selbiges gilt übrigens für den Humor von Mewgenics, der sich vor allem um Fäkalwitze und sexuelle Anspielungen dreht. Da sind durchaus auch mal derbe Sachen mit drin, aber bislang nichts, wo wir uns an den Kopf gefasst hätten oder was wir als schlimm empfunden hätten. Humor ist natürlich subjektiv und das kann bei jeder anderen Person anders ausfallen. Auch der Soundtrack ist ziemlich on-point und weiß das Geschehen auf dem Bildschirm immer passend zu untermalen.

Fazit
„Selten hinterließ mich ein Spiel so sprachlos und begeistert gleichzeitig wie Mewgenics. Es ist einfach diese absurde Mischung aus allem, allen voran des Grafikstils und des Humors, gepaart mit diesem tiefgründigen, taktischen Roguelike-Erlebnis. Wer gerne oberflächlich ein paar rundenbasierte Kämpfe spielt, wird ebenso seine Freude am Spiel finden, wie jene, die das gesamte Zuchtrepertoire ausschöpfen wollen – und können! Easy to learn, hard to master, wie man so schön sagt. Mewgenics ist wirklich einzigartig und ein absolutes Meisterwerk, das ich so nicht habe kommen sehen.„
Der Review-Key für den PC wurde uns freundlicherweise von Guillotine Agency zur Verfügung gestellt.






