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Overlord Band 1: Manga-Review

In Overlord findet sich unser Protagonist in einem virtuellen Online-Spiel wieder, das eigentlich längst abgeschaltet sein sollte.

Nachdem ich bereits vor einiger Zeit schon den Anime zu Overlord gesehen hatte, und der mir sehr gefiel, kam ich nun auch dazu, den Manga zu lesen. Dieser ist hierzulande bei Carlsen Manga erschienen. Thematisch spielt sich alles in einem VRMMO ab. Der ehemalige Gildenmeister Momonga loggt sich am letzten offiziellen Tag des Spiels nochmal ein, um die letzten Stunden zu genießen, bevor die Server offline gehen sollen. Doch, es kommt anders, als er denkt. Gibt es Unterschiede zwischen Anime und Manga? Lässt sich sagen, dass eines der Medien besser funktioniert? Diese und weitere Fragen beantworten wir euch!

Yggdrasil

Der ehemalige Ainz Ooal Gown-Gildenmeister Suzuki Satoru, auch bekannt als Momonga, loggt sich noch einmal in das DMMORPG Yggdrasil ein, das nach 12 Jahren, im Jahr 2138, abgeschaltet werden soll. In den letzten Stunden schwelgt er in Erinnerungen und trauert der ruhmreichen Zeit der Gilde hinterher. Um Punkt 0 Uhr sollen die Server abgeschaltet werden. Kurz bevor es so weit ist, schließt er seine Augen und erwartet, dass er gleich die Brille abnehmen kann und sein Zimmer erblickt. Allerdings passiert dies nicht.

Stattdessen sieht er, dass er sich nach wie vor in der Gruft von Nazarick befindet, das Gebiet der Gilde im Spiel. Doch das ist nicht alles, denn auch die NPCs fangen an, sich komisch zu benehmen. Normalerweise reden NPCs nicht mit einem, es sei denn, der Spieler spricht sie an. Hier jedoch reden sie ganz normal mit Momonga, als hätten sie ein eigenes Bewusstsein. Der Versuch, sich auszuloggen, scheitert. Schritt für Schritt realisiert er jetzt, dass er in einer mystischen Fantasiewelt gefangen ist, die sich stark an das Spiel Yggdrasil orientiert. Nun befindet sich Satoru also im Spiel und steckt im Körper von Momonga fest, einem Overlord des Spiels. Bei diesem titelgebenden Charakter handelt es sich um die finale Charakter-Form des Lichkönigs bzw. Skelettmagiers.

Was ist passiert?

So beginnt seine Reise, die Welt zu erkunden und versuchen zu verstehen, was hier geschehen ist. Spielen ihm seine Gedanken einen Streich, oder ist das Spiel indessen doch zur Realität geworden? Gibt es einen Weg zurück? Gibt es noch andere Spieler, die wie er, gefangen sind? Auch diesen wichtigen Fragen versucht er Schritt für Schritt zu beantworten.

Grundsätzlich sind das also Gegebenheiten wie bei Sword Art Online, das womöglich viel mehr Leute kennen könnten, als Overlord. Doch was in der Basis vergleichbar ist, in der Realität doch unterschiedlicher. Doch bei SAO können die Protagonist*innen immer wieder in die Realität zurückkehren, das ist für Satoru jedoch nicht möglich. Außerdem möchte er auch gar nicht zurück, denn er hat nichts und niemanden.

Kein typischer Isekai

Der erste Band führt uns also langsam in diese Welt ein, erklärt vieles und baut langsam die Geschichte auf. Vor allem, warum sich Satoru so entscheidet, wie er es tut und welchen Entschluss er am Ende des Bandes fasst. Was aber nach dem Lesen des ersten Bandes auffällt, ist ein großer Unterschied zu anderen Isekai-Titeln. Statt „plötzlich“ und ohne große Vorbereitung in eine fremde Welt geschmissen zu werden, ist Satori freiwillig in dieser Welt.

Zwar hat er nicht damit gerechnet, dort gefangen zu werden, doch er kennt die Welt. Sein Charakter ist gut ausgerüstet und er kennt prinzipiell schon den Großteil der Charaktere und grundlegende Prinzipien. Auch widerspricht er dem eigentlich Helden, der sofort Anschluss findet und die Welt vor bösen Monstern verteidigt. Denn Momonga, so sein „Ingame“-Name, tritt als riesiges Skelett mit magischer Aura auf. Zusätzlich führt er eine Totengruft voll mit grotesken Wesen und Untoten an.

Der mächtige Overlord

Andere Figuren, neben seinen Untertanen, haben Angst vor ihm, wenn sie ihn sehen. Wer läuft auch freiwillig zu einem Skelett und grüßt freundlich, wenn es nichts Alltägliches ist? Deshalb muss er vorsichtig vorgehen, sich verkleiden und nach und nach Informationen beschaffen. Auch mit der Hilfe seiner Untergebenen. Allerdings klingt das alles vom Prinzip her düsterer, als es in Wahrheit ist.

Klar, der Grundtenor ist durchaus düster und mysteriös, doch auch der Humor kommt nicht zur kurz. Der kommt nämlich vor allem bei den Interaktionen zwischen Momonga und seiner Bediensteten Albedo hervor. Diese hatte er kurz vor dem „Abschalten der Server“ noch etwas angepasst und hinzugefügt, dass sie ihn liebt und alles für ihn tun würde. Aber auch Demiurge, einer der anderen Wächter, der immer wieder den vermeintlichen Plan Momongas erläutert, den er aber so gar nicht formuliert hat.

Wo verläuft die Linie?

Der Stil von Zeichner Miyama Fugin ist durchgehend ansprechend, aber an manchen Stellen ist es schwer, Details oder Formen richtig zu erkennen. Das ist kein großer Knackpunkt, da ansonsten alles so hervorsticht, wie es soll, dennoch fällt es hier und da auf. Auch manche Körperteile wirken stellenweise noch etwas klobig. Aber es ist immer ziemlich einfach, die verschiedenen Arten von Charakteren auseinanderzuhalten. Die Frage „Ist das Mensch oder ein anderes Wesen“ ist immer sofort mit den Charakterbildern zu beantworten.

Fazit

Der erste Band von Overlord bietet einen guten Einstieg in die Geschichte des Mangas. Alle wichtigen Charaktere werden nach und nach vorgestellt, genau wie die Beweggründe von Protagonist Satoru alias Momonga. Es wird deutlich, warum er in dieser Welt verweilen will und am Ende den Entschluss fasst, den er fasst. Auch, wenn der Stil von Zeichner Fugin an manchen Stellen schwer zu deuten ist, tut das dem Ganzen keinen Abbruch. Gerade Videospiel-Fans werden definitiv ihren Spaß mit der Reihe haben. Für Anime-Fans (oder andersherum, je nachdem): Der Manga unterscheidet sich nicht vom gezeigten Geschehen!

Das Rezensionsexemplar wurde uns freundlicherweise von Carlsen Manga zur Verfügung gestellt.

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