Im Hause Hasbro hängt der Haussegen schief, denn die eigenen Investoren haben nun die Manager von Magic: The Gathering verklagt!
Von außen betrachtet läuft es für Magic: The Gathering so gut wie noch nie. Überall sprechen Leute über die Sammelkarten, spielen das Brettspiel oder machen Werbung auf Pre-Release-Events. Doch innerhalb des Hasbro-Konzerns, zu dem auch Wizards of the Coast gehören, brodelt es. Der Führungsetage des Spielwarenherstellers aus den USA werden verschiedene Dinge vorgeworfen. Dazu zählen unter anderem Treuepflichtverletzung, ungerechtfertigte Bereicherung und grobe Misswirtschaft und Machtmissbrauch. Das geht aus der Klageschrift hervor, die im Januar 2026 beim United States District Court of Rhode Islang einging.
Eröffnet wurde die Klage von den beiden langjährigen Aktionären Joseph Crocono und Ultan McGlone, die nicht nur für sich, sondern auch im Namen der anderen Investor:innen und des Unternehmens selbst eine Entschädigung erwirken wollen. Sie werfen dem Hasbro-Management grobes Fehlverhalten mit Täuschungsabsicht vor. Namentlich richtet sich die Klage vor allem gegen den aktuellen CEO der Firma, Chris Cocks. Doch auch ehemalige Mitglieder der Führungsebene und auch aktuelle Vorstandsmitglieder gehören dazu.
Grund der Klage
Grund für die Klage ist offenbar der Umgang mit einem der bekanntesten Sammelkartenspiele überhaupt: Magic: The Gathering. Demnach sollen die Karten überproduziert worden sein, sodass kurzfristig die Einnahmen hierüber gestiegen sind, doch langfristig würde so der Wert der Marke zerstört werden. Dies geht auch aus einem Bericht der Bank of America vor, der bereits 2022 veröffentlicht wurde. Die Beschuldigten sollen diese Vorwürfe aber vehement bestritten und irreführende Aussagen getroffen haben. Dabei liegt das Problem nicht nur bei der Überproduktion der Karten, sondern auch einem finanziellen Schaden, der daraus entstand.
So habe Hasbro im April und Juli 2022 einige der eigenen Aktien zurückgekauft, die allerdings unverhältnismäßig teuer gewesen seien. Insgesamt habe Hasbro 125 Millionen Euro dafür ausgegeben, was etwa 1,4 Millionen Euro pro Aktie entspricht. Der Vorwurf der Shareholder: Durch alle möglichen Sets und Kooperationen zu der Zeit sei der Preis künstlich in die Höhe getrieben worden – und habe der Firma so unnötig viel Geld gekostet. Es soll sich um knapp 56 Millionen Euro Mehrkosten handeln.
Die Klage spricht von einer „nicht sorgfältig durchdachten“ Strategie hinsichtlich des Drucks von Magic-Karten. So drucke das Unternehmen „tatsächlich eine Menge an Magic-Sets, die die Nachfrage der Verbraucher überstieg“. Außerdem soll das Bestandsallokationsmanagement problematisch sein, denn der Markt würde regelrecht mit Magic-Sets überflutet werden. Auch das Set zum 30-jährigen Jubiläum findet in der Klage Erwähnung. Kurz nach der Veröffentlichung des Sets wurde der Verkauf gestoppt, da es nicht mehr verfügbar wäre. Dadurch wurde der Eindruck nach einer hohen Nachfrage erzeugt. Die Realität soll jedoch anders aussehen. Die meisten Reaktionen seien „sehr negativ“ gewesen und deshalb habe Hasbro den Verkauf frühzeitig gestoppt. Insgesamt soll wohl nur ein Bruchteil der vorhandenen Menge verkauft worden sein.

