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TavernHold im Test: Eine interessante Indie-Kombi!

TavernHold ist ein interessanter Mix aus Tower Defense und Tavernen-Management, wirkt aber an einigen Stellen noch unausgereift.

Bei TavernHold handelt es sich zwar in erster Linie um ein Tavernen-Management-Spiel, von denen es mittlerweile einige gibt. Doch es bringt einen interessanten Twist mit sich, nämlich mixt es noch Tower-Defense-Elemente mit ins Spiel. Das haben wir bisher so noch nicht gesehen. Ob der Mix auch wirklich Spaß macht, haben wir für euch in unserem Test herausgefunden!

Zwei Hauptphasen

TavernHold möchte einen frischen Ansatz im Bereich der Tavernen-Management-Spiele bieten und ist dadurch in zwei Hauptphasen unterteilt. Zum einen verwalten wir tagsüber unsere Taverne, erweitern sie, bedienen Kunden und kümmern uns um unser Etablissement. Dazu gehört natürlich auch das typische Ressourcenmanagement, für das wir beispielsweise Arbeiter zum Holzsammeln schicken können. Dieser Teil fühlt sich auch durchaus solide an und weiß zu begeistern.

Doch in der Nacht müssen wir unser Gebäude gegen Monsterangriffe verteidigen. Und hier kommen wir zu den ersten Problemen, die das Spiel hat. Denn es wirkt weder wie ein moderner, noch ein klassischer Ansatz eines Tower Defenses. Denn wir können von unserer Seite aus gar keine Türme platzieren, stattdessen sind diese fest platziert. Bedeutet, sie können nicht umplatziert werden. Außerdem gibt es keine Upgrade-Mechaniken für die Türme, weshalb es sich zusätzlich belanglos anfühlt. Wir können lediglich unsere Arbeiter in die Türme schicken, um diese zu bemannen. Als Unterstützung können wir zudem noch manuell eine Balliste abfeuern, die jedoch über keine Zielanzeige verfügt und viel zu oft daneben schießt.

Quelle: Tevniyal Studios

Übersichtlich, wenig hilfreich

Zur Benutzeroberfläche haben wir eigentlich wenig zu meckern, immerhin ist alles übersichtlich gestaltet und alles, was wir auf den ersten Blick sehen müssen, sehen wir auch. Allerdings gibt es immer mal wieder Probleme mit Klicks, die viel zu spät reagieren und die Steuerelemente sind nicht anpassbar. Das Tutorial beschränkt sich bei TavernHold auf das Mindeste und lässt insgesamt zu wünschen übrig. Insgesamt lässt auch die technische Seite noch zu wünschen übrig, denn uns begegnen immer wieder Bugs, die zwar kein großer Blocker sind, aber dennoch auffallen.

Immerhin ist soundtechnisch soweit alles im Lot und die Soundeffekte passen zu dem, was wir sehen. Seien es die Holzfäller oder Landwirte bei der Arbeit, aber auch die Angriffe der Monster. Auch die Musik sticht hervor und vermittelt entweder eine entspannte Tavernen-Atmosphäre am Tag, oder eine düstere für den Nacht-Part, wenn die Angriffe erfolgen.

Übersichtlich, wenig hilfreich

Der Schwierigkeitsgrad von TavernHold hält sich im Übrigen in Grenzen. Zwar werden die nächtlichen Angriffswellen minimal schwerer, wirklich bemerkbar macht sich das aber nicht. Hin und wieder taucht zudem ein Boss auf, der sich jedoch nicht deutlich von den anderen Wellen abhebt. Dadurch kann sich auch nicht wirklich Frust einstellen, immerhin ist es nicht so wahrscheinlich, zu scheitern.

Das wirkt sich natürlich auch auf die Wiederspielbarkeit aus. Statt zu scheitern und vielleicht einen neuen Ansatz auszuprobieren, können wir im ersten Anlauf das Spiel beenden. Dazu gehört auch, dass wir keine Türme umplatzieren können und so auch da keine verschiedenen Ansätze ausprobieren können. 

Quelle: Tevniyal Studios

Fazit

TavernHold bringt einen interessanten Genre-Mix mit sich, der auch eine solide Basis hat, aber am Ende nicht wirklich ausgereift ist. An vielen Stellen merkt man, dass hier Potenzial auf der Strecke liegenbleibt. Dadurch fragte ich mich beim Spielen immer wieder, was hätte sein können, wenn mehr daraus gemacht worden wäre. Da der Titel sich auch nicht in der Early-Access-Phase befindet, ist die Hoffnung auf Besserung vermutlich fehl am Platze. Dennoch bekommt ihr hier für 6,99 € ein kurzweiliges Genre-Experiment.

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