Age of Wonders 4 hat bereits diverse DLCs bekommen, doch mit „Rise from Ruin“ setzen die Entwickelnden bei Triumph Studios noch einen drauf.
Age of Wonders 4 ist bald drei Jahre alt und hat in der Zwischenzeit schon die ein oder andere Erweiterung spendiert bekommen – wie es im Hause Paradox eben so üblich ist. Diese kamen, bis auf ein, zwei Ausnahmen, alle positiv bei der Community an. Nun ist mit „Rise from Ruin“ ein weiterer DLC erschienen, der unserer Meinung nach mit zu den besten gehört. Immerhin wird nicht bloß ein weiteres Feature eingeführt, sondern das Spiel sinnvoll weiterentwickelt. Wie das genau geschieht, verraten wir euch im Test.
Katastrophenanzeige
Mit „Rise from Ruin“ erhält das Spiel, neben den üblichen neuen Folianten, unter anderem zwei neue Story-Realms, eine neue Kultur mit zwei unterschiedlichen Subtypen und einem einzigartigen Reich-Attribut. Die beiden Realms bieten dabei deutlich mehr Abwechslung als die von anderen Erweiterungen, in denen wir beispielsweise häufig eintönige Untergrundwelten bespielt haben. Dabei war – oder ist – „Giant Kings“ keine schlechte Erweiterung, aber sie war eben nicht so abwechslungsreich.
Die neueste Erweiterung macht das besser, und stellt als größte Stärke in den Fokus, dass eure Strategie, bis auf wenige Ausnahmen, deutlich von den neuen Karten-Gimmicks beeinflusst wird. Neben dem Fakt, dass sie durchaus nützlich sind, wohlgemerkt. Zum Teil liegt das vor allem an einer neuen Eigenschaft, bei der sich eine Katastrophenanzeige füllt, wenn ein Herrscher einen Zauber wirkt. Das müssen wir euch zwar nicht erklären, aber trotzdem: Das passiert so ziemlich jede Runde. Ist die Anzeige gefüllt, werden Provinzen von wilder Magie getroffen und dadurch ihre Ressourcen beschädigt. Autsch.
Keine Willkür
In der Lore basiert dieses Konzept auf einer Legende von Erzmagiern, die ihre Magie missbräuchlich einsetzten, um die Stabilität des gesamten Reiches negativ zu beeinflussen. Die Folge dessen ist, dass Zauber nach hinten losgehen können und es dadurch ratsam ist, genau zu überlegen, wann wir diese einsetzen. Wer nach wie vor jede Runde Einheiten beschwört oder andere Magie wirkt, kann schnell den Preis für diese Willkür zahlen. So kommt deutlich mehr Balancing mit ins Spiel.
Apropos. Die Katastrophen sind gut und „fair“ verteilt. Das bedeutet, dass es einem nicht so vorkommt, als würde es immer nur einen selbst beeinflussen. Stattdessen sind die Felder, die betroffen sind, weit genug voneinander entfernt. Dadurch müssen wir, gerade am Anfang, noch nicht so sehr darauf achten, wie wir vorgehen und können uns einen Vorteil verschaffen. Mit zunehmender Spielzeit sieht das natürlich anders aus.
Story-Realms
Zusätzlich gibt es in den Story-Realms eine weitere Mechanik, die sich „Fractured Infestations“ nennt. Hier können wir auf Überreste von Armeen stoßen, die von unkontrollierter, instabiler Magie beeinflusst wurden. Dabei kann eine weitere Entität um unsere Hilfe mit diesen Armeen bitten. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn diese Streitkräfte sind nicht im Vorbeigehen erledigt. Sie treten nicht nur zahlreich auf, sondern sind dabei auch stark – unterschätzt sie also nicht! Das erinnert grob an andere reichsspezifische Herausforderungen aus anderen Erweiterungen.
Durchdachter sind zudem auch die Folianten, die mit der Erweiterung hinzukommen. Darunter gibt es beispielsweise einen, der die Umgebung in eine Wüste verwandelt und so verschiedene Boni für bestimmte Einheitentypen verleiht, die sich besonders gut im Wüstengelände bewegen können. Durch diese Boni wird auf jeden Fall ein aggressiverer Spielstil gefördert. Wenn der zu euch passt, umso besser.
Eroberer & Plünderer
Mit „Rise from Ruin“ erhält Age of Wonders 4 gleich zwei neue Fraktionen, die passend zur neuen Nomadenkultur sind. Dazu gehört unter anderem eine neue Rasse aus Hasenkriegern. Einer der Untertypen ist der „Eroberer“, die vor allem Boni für Militäreinheiten und deren Produktion bekommen. Als Plünderer hingegen gewinnen wir nicht nur Ressourcen aus Provinzen, wir können sie auch zerstören. Denn die Nomaden können eigene Städte abbauen und immer wieder neu auf der Karte verlegen – was Nomaden eben so machen. Das scheint vor allem sinnvoll bei den Plünderern zu sein, denn Eroberer haben im Hinblick auf Boni, die sie dadurch bekommen könnten, kaum einen Grund dies zu tun.
Die Helden der Nomaden besitzen dabei beispielsweise auch Fähigkeiten, die Aktionspunkte wiederherstellen oder sogar Positionen mit anderen Einheiten tauschen können. So werden Einheiten an der Flanke nicht mehr zwangsläufig zu einem Schwachpunkt in der eigenen Aufstellung. Durch diese Fähigkeiten werden die manuellen Kämpfe deutlich lohnenswerter, als sie es bisher waren.

Fazit
„Mit „Rise from Ruin“ bescheren uns Triumph Studios und Paradox Interactive einen ordentlichen DLC, der einer der besten bisher ist. Die neue Kultur der Nomaden fühlt sich als sinnvolle Erweiterung des Spielgeschehens an und bietet, gerade für Plünderer, eine sinnvolle Möglichkeit an Boni zu kommen. Auch die beiden Story-Realms mit ihrer „Fractured Infestations“-Mechanik machen Laune. Wir können die Erweiterung an dieser Stelle auf jeden Fall empfehlen.„
Der Review-Key für die Erweiterung wurde uns freundlicherweise von Paradox Interactive zur Verfügung gestellt.



