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MIMESIS im Early-Access-Test: Traue niemandem!

In MIMESIS können die Spielenden nicht unbedingt darauf vertrauen, was sie sehen oder hören – und müssen trotzdem zusammenarbeiten.

In MIMESIS werden Freundesgruppen oder zumindest die miteinander spielenden auf eine Probe gestellt. Immerhin können sie nicht darauf vertrauen, was sie sehen oder hören. Denn im Koop-Survival-Horror-Spiel von ReLU Games und Krafton werden Stimmen und Erscheinungsbilder imitiert. Doch um erfolgreich im Spiel zu sein, muss das Team zusammenarbeiten und Ressourcen sammeln. Am Ende zählt jedoch nur, wer überlebt und ob das Ziel erreicht wird. Wir haben einen Blick in den Early-Access-Titel geworfen und verraten euch, wie unser Eindruck ist.

Quelle: Krafton

Nichts ist, wie es scheint

In MIMESIS ist nichts, wie es zu sein scheint, denn die Kreaturen im Spiel ahmen die menschlichen Mitspielenden in ihrer Umgebung nach. Das betrifft vor allem die Stimmen und die Verhaltensweisen, sodass wir immer hinterfragen müssen, ob da wirklich einer unserer Freunde auf uns zukommt, oder doch ein Nachahmer. Und genau das ist das, was das Spiel so einzigartig macht.

ReLU Games, das Entwicklerstudio hinter dem Titel, hat sich bewusst für einen Early-Access-Start entschieden, um so mit der Community zusammen am Spiel (weiter) zu entwickeln. Gestartet ist der Koop-Survival-Horror vor rund einem Jahr, am 27. Oktober 2025. Seitdem sind mehrere Updates erschienen. Das letzte größere Update erfolgte im September 2026 und hat unter anderem eine neue Karte und neue Monster ins Spiel gebracht. Im weiteren Verlauf, bis zur vollen Veröffentlichung, sollen weitere Regionen, Monster und Ausrüstungsgegenstände hinzukommen. Selbstverständlich soll auch noch am imitierenden KI-System geschraubt werden.

Methodiken

Wie in ähnlichen Spielen des Genres müssen wir auch in MIMESIS Gegenstände sammeln, die wir dann im Hub verkaufen können, um eine Quote zu erfüllen. Dadurch ist es Teamarbeit ein wichtiger Faktor des Spiels, der allerdings etwas anders ausgelegt werden muss, als üblich. Denn wir beginnen mit der Annahme, dass wir lieber zusammenbleiben sollten. Aber genau hier beginnt das Spiel mit dem Vertrauen. Einerseits kann es natürlich von Vorteil sein, eine Gruppe zu bleiben, da es für Nachahmer so schwieriger sein kann, sich unterzumischen. Allerdings kann es auch eine Gefahr sein, denn sind alle aus einer Gruppe dem virtuellen Ableben erlegen, endet die Runde.

So entsteht ein Spannungsfeld, das einen großen Teil des Spiels ausmacht. Denn so beginnen wir, uns zu überlegen, wie wir uns gegenseitig und andere Monster erkennen können. Nutzen wir vielleicht eine Geheimsprache? Bestimmte Begriffe oder Antworten auf Fragen? Oder nehmen wir uns doch lieber eine andere Methode vor? Doch trotz solcher Ansätze haben wir immer wieder erlebt, wie wir doch darauf vertrauen (wollten), dass unser Freund vor uns steht und haben es dann doch bereut.

Quelle: Krafton

Freund, oder Feind?

Vor allem vergessen wir oft, dass wir ja noch ein Ziel haben und möglichst wertvolle Gegenstände finden müssen, die es in der kleinen Straßenbahn abzulegen gilt. Wir müssen uns also auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren – und das macht gerade auf Dauer schon etwas mit einem. Immerhin finden wir auf unserem Weg durch die dunklen Korridore der meisten Karten nicht nur Freunde und potenzielle Nachahmer, sondern auch viele weitere, fiese Gestalten – und Fallen, die ein Überleben durchaus schwierig gestalten.

Hinzukommt, dass unsere Freunde natürlich auch damit spielen können, imitiert zu werden. Gerade nach ein paar gespielten Runden und dem Verstehen, wie das Mimikry funktioniert, können Mitspielende auf die Idee kommen, zu trollen. Das sorgt für zusätzliche Verwirrung verstärkt den Eindruck, dass wir wirklich nichts und niemandem wirklich trauen können – und alles hinterfragen müssen. Das ist die große Stärke von MIMESIS.

Ständige Balance

Eine weitere Schwierigkeit ist, dass wir nur eine begrenzte Anzahl an Slots im Inventar haben. Dadurch können wir nicht einfach wahllos alles plündern, was wir finden, sondern müssen stets abwägen, was wir tun. Lassen wir etwas weniger wertvolles zurück, oder laufen wir lieber direkt zur Straßenbahn zurück und versuchen uns zu merken, wo der Gegenstand lag? Jede Entscheidung im Spiel birgt ein Risiko. Manchmal ist das Risiko niedrig, manchmal hoch.

Wir versuchen also ständig, eine möglichst gesunde Balance zwischen Erkundung und Überleben zu finden. Leben wir vorzeitig ab, hat das Team relativ wenig davon. Finden wir allerdings wertvolle Gegenstände, kann uns das durchaus weiterbringen. Doch je länger wir in der jeweiligen Karte verbringen, desto schwieriger wird es, lebendig in die Straßenbahn zu kommen. Zumal Gefahren nicht nur in den Gängen der jeweiligen Gebäude lauern, sondern auch davor. Im Freien kommt es immer mal wieder zu toxischem Regen, der uns zusätzlich zusetzt.

Quelle: Krafton

Hol die Schrotflinte raus!

Sollten wir es lebending zurück zu unserem Hub schaffen, können wir uns dort mit dem verdienten Geld mit nützlichen Gegenständen eindecken. Sofern wir die Quote erfüllen, versteht sich. Dazu gehören unter anderem Taschenlampen, Gegenstände, die Feinde ablenken oder auch Hilfsgegenstände, mit denen wir uns zur Wehr setzen können. Vor allem die Schrotflinte ist dabei das wohl Effektivste Hilfsmittel. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Immerhin sollten wir uns sicher sein, dass wir es wirklich mit einem Feind zu tun haben, bevor wir den Abzug betätigen. Gerade auch, weil die Munition nur begrenzt – und teuer – ist.

Wer denkt, er oder sie könne sich einen Vorteil verschaffen, indem man versucht die Karten zu verinnerlichen: falsch gedacht. Denn mit jeder neuen Sitzung verändern sich die Karten. So öffnen sich manche Türen, während andere sich schließen. Oder Loot befindet sich an anderen Orten, als die Male zu vor. Das fügt eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzu. Immerhin vertrauen wir Menschen oft auf Bekanntes und orientieren uns genau daran.

Mögliche Eintönigkeit

Zwar verändern sich, wie gerade angesprochen, Nuancen auf den Karten. Der grundlegende Look bleibt aber. So sind die Eingänge an der gleichen Stelle und auch die Umgebung an sich sieht meist sehr gleich aus. Dadurch kann es vorkommen, dass sich die verschiedenen Standorte doch gleich oder zumindest ähnlich in MIMESIS anfühlen. Genau deshalb bringen die Entwickler auch über den Zeitraum des Early Access neue Regionen. So soll sich die Abnutzung in einem kleineren Rahmen bewegen.

Grundlegend funktioniert das Grundkonzept des Spiels solange alle auch ein Mikrofon haben und im Spiel über das System sprechen. Sollte jemand kein Mikrofon haben, oder andere Sprachkanäle genutzt werden, verliert der Titel seine größte Stärke und vermutlich auch das, was am meisten Spaß macht. 

Quelle: Krafton

Fazit

„MIMESIS ist natürlich kein perfektes Spiel, das impliziert auch der Early-Access-Status bereits. Dennoch hat sich in dem Jahr, in dem sich der Titel in dieser Phase befindet, schon viel getan. Die größte Stärke und das, was den Titel einzigartig macht, ist jedoch das Mimikry-System. Ständig hinterfragen zu müssen, ob das Gegenüber auch wirklich ein Freund ist, im Verbund mit der Suche nach wertvollem Loot und dem möglichen Vermeiden von Feinden, macht das Spielerlebnis aus. Gerade auch, weil die Mitspielenden anfangen können, zu trollen und den Nachahmer imitieren. Insgesamt ist MIMESIS ein wirklich spaßiges Erlebnis für eine Gruppe. Wer also gerne mit seinen Freunden zusammenspielt, sollte dem Titel mal eine Chance geben. Auch jetzt im Early Access schon.„

Der Review-Key wurde uns freundlicherweise vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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