Mit dem Football Manager 26 bekommen wir nach zwei Jahren endlich Simulations-Nachschub – doch hat sich die Wartezeit auch gelohnt?
Mit dem Football Manager 26 geht es endlich im Fußball-Simulations-Bereich weiter. Denn im letzten Jahr haben wir – trotz Ankündigung – vergebens auf einen neuen Ableger gewartet. Nach der Ankündigung wurde es recht still um den Football Manager 25, bis er im Februar dieses Jahres dann letzten Endes endgültig aufgegeben wurde. Es habe zu viele unvorhergesehen Herausforderungen gegeben und so sei der Titel nicht in dem Zustand, in dem er hätte sein sollen. Entsprechend ist der FM25 ausgefallen. Jetzt soll es mit dem FM26 weitergehen – doch kann der nach den Problemen auch inhaltlich und qualitativ überzeugen? Wir haben für euch reingespielt und verraten es euch!
Erster Eindruck
Auf den ersten Blick haben sich die zwei Jahre „Pause“ gelohnt. Denn der Football Manager 26 wird von einer neuen Engine angetrieben, die den leicht angestaubten Look der Vorgänger auf ein neues Level hievt. Außerdem macht der Titel optisch einiges her, Dank modernisierter Oberfläche und eines neuen Übersicht-Bildschirms, bei dem das Menü von oben auf die linke Seite gewandert ist. Doch was auf den ersten Blick (endlich) zeitgemäß wirkt, hat hinter der Maske noch einige Probleme und Schattenseiten.
So ist beispielsweise die Umstellung der Engine auf Unity eine willkommene Neuerung, die auch nach wie vor Potenzial hat, doch schauen wir genauer hin, sehen wir einige Probleme. Unter anderem fehlen zum Start des Spiels Funktionen, die normalerweise immer mit dabei waren. Unter anderem lassen sich keine Nationalteams übernehmen, viele Analyse-Tools funktionieren nur eingeschränkt und Zwischenrufe in den Partien selbst gibt es gar nicht. Vieles wirkt so, als hätte der Fokus darauf gelegen, zumindest das Grundgerüst fertig zu bekommen. Das ist zwar immerhin solide, aber es fehlt eben auch gefühlt an jeder Ecke etwas.
Neue Matchdarstellung
Doch, konzentrieren wir uns erst einmal auf die positiven Aspekte, die vor allem auch der Engine-Wechsel mit sich gebracht haben. War es in den vorherigen Ablegern noch ein ziemlicher Graus sich die Matches anzuschauen, ist das beim FM26 schon deutlich angenehmer. Die Optik wirkte nicht nur veraltet, sondern stellenweise auch hölzern und die Bewegungen der Spieler auf dem Feld teils unrealistisch. Zwar haben wir mit der neuen Engine noch keine Matches auf dem Level von EA Sports FC bekommen, dennoch wirken sie deutlich echter und dynamischer als vorher. Auch wenn hier natürlich noch nicht alles perfekt ist, ist auch das ein solides Fundament, auf dem weitere Ableger aufbauen können.
Zudem findet auch der Frauenfußball Einzug in den Manager, der wie eine sinnvolle Ergänzung des Line-Ups wirkt – und nicht wie „das müssen wir noch schnell einbauen!“. Der Transfermarkt, der noch Verbesserungspotenzial aufweist, wurde indes mit neuen Algorithmen ausgestattet, durch die ein realistischerer Ablauf erzielt werden soll. Hinzukommt, dass Spielerreaktionen, Team-Dynamiken und ein verbessertes Trainingssystem deutlich mehr Einfluss auf die Entwicklung der Spieler haben als vorher. Auch hier sehen wir wieder, dass die Basis durchaus solide ist und mit der Zeit ausgereifter werden kann.
Das Management
Das eigentliche Herzstück und Kernfeature vom Football Manager 26 ist hingegen das Managen der Mannschaft. Je mehr Zeit wir hier investieren, desto deutlicher wird: hier liegen die Stärken des Spiels! Immerhin gibt es ein neues Taktiksystem, das endlich zwischen Offensiv- und Defensivphase unterscheidet und so mehr Tiefe bietet als die Vorgänger. Außerdem lässt sich die eigene Spielphilosophie deutlich effektiver auf die Mannschaft pressen, sodass bereits kleine Anpassungen große Auswirkungen haben können.
Doch das größte Problem des Titels bleibt die neue Menüstruktur. Vieles ist so verschachtelt, dass wir manche Bildschirme echt suchen mussten – und auch nach mehrmaligem Finden nicht mehr wussten, wo sie genau waren. Das trifft vor allem Punkte, die sich im Vorgänger noch direkt über das Menü anwählen ließen – jetzt liegen sie teils arg verschachtelt in anderen Punkten. Das trifft eben nicht nur Manager-Neulinge, sondern auch eingefleischte Experten.
Die Technik
Auch auf der technischen Ebene präsentiert sich der FM26 nicht von seiner besten Seite. Während die Engine-Umstellung viele positive Dinge mit sich bringt, die wir bereits erwähnt haben, irritieren auf der anderen Seite eine Vielzahl an Bugs oder technischen Problemen das Bild. Es ist derselbe Eindruck, der sich auch durch den Rest des Spiels zieht. Das Grundgerüst ist durchaus solide und wir erkennen wie viel Potenzial noch im Spiel steckt. Doch auf vielen Ebenen wirkt der Titel nicht fertig. Teils wegen Probleme, teils wegen simpler fehlender Features die in den anderen Teilen immer zur Release-Auslieferung gehörten. Hinzukommt außerdem, dass die simpelsten Dinge mit dem 9 € teuren In-Game-Editor eine lange Zeit nicht funktionierten. Bei fast allen Aktionen stürzte das Spiel ab – und es fehlen auch hier Features.

Fazit
„Ich habe mich sehr auf den Football Manager 26 gefreut. Besonders, weil im Vorjahr ja bereits ein Ableger wegen „zu vieler Probleme“ ausfiel. Und die machen sich auch im diesjährigen Ableger noch deutlich bemerkbar. Der FM26 bietet eine solide Grundlage, auf der sich aufbauen lässt. Dennoch fehlt es an fast jedem Ende und jeder Ecke an irgendwas. Seien es Features, oder auftretende Bugs. Ich möchte mir kaum vorstellen, in welchem Zustand der FM25 war, als der Release gecancelt wurde. Wie dem auch sei. Ich bin sehr gespannt, ob Sports Interactive noch hinbekommt, den Simulator in einen vorzeigbaren Stand zu patchen, oder ob der FM27 im nächsten Jahr das Potenzial ausschöpfen kann. Aktuell würde ich jedenfalls mit einem Kauf warten – und solange den FM24 spielen.„




