Der Table Battle Simulator ist in den Early Access gestartet und wir haben ihn uns mal angesehen – da ist noch viel zu tun!
Der Table Battle Simulator ist in erster Linie ein Simulator, bei dem wir einen eigenen Laden betreiben, der sich thematisch rund um Tabletop-Figuren dreht. Doch statt eines einfachen Laden-Simulators können wir hier auch mit unseren Figuren Decks erstellen und gegen NPCs spielen. Das klingt doch erstmal nach einem netten Twist, oder? Entwickelt wird das Ganze von Kiki Games, die bereits das ein oder andere Simulator-Spiel auf den Markt gebracht haben. Wir haben uns den Titel zum Early-Access-Start einmal angeschaut und verraten euch, was wir denken.
Der Laden
Zu Beginn haben wir natürlich keinen großen Laden. Stattdessen starten wir mit einer Kasse, mit der wir neues Kapital erwirtschaften und einem Regal, das es zu befüllen gilt. Wir können zu Beginn allerdings lediglich eine Art von sogenannten „Blind Boxes“ kaufen. Also Boxen, bei denen der Inhalt zufällig ist, ähnlich wie bei Lootboxen in Videospielen. Mit den ersten Boxen im Regal kommen auch schon die ersten Kund:innen in unseren Laden, um sich die begehrten Boxen zu besorgen.
Doch statt „echten Menschen“ besuchen uns eine Reihe von Anime-Figuren, die sich jedoch sehr schnell sehr ähneln. Was jedenfalls positiv dabei auffällt ist, dass sie mit einem Namen versehen sind samt Rang. Der Rang gibt an, wie stark sie im Tabletop-Spiel sind und so wissen wir entsprechend, wer uns die Hucke voll haut, und wem wir einen Sieg abringen können.
Spüre die… Wut?
Selbstverständlich können wir auch die Preise der Produkte, die wir ins Regal bringen, beliebig anpassen. Dabei sehen wir auch immer, wie der aktuelle Marktpreis ist und wie viel Gewinn wir mit einem Verkauf erwirtschaften würden. Haben wir den Preis mal zu hoch angesetzt, bekommen wir allerdings keinen klaren Indikator, dass dem so ist. Stattdessen gehen die Leute einfach zum Regal, und danach direkt wieder aus dem Laden. Kein wütendes Smiley über dem Kopf, kein schnippischer Kommentar. Das macht das Ganze nicht einfacher.
Was es jedoch einfacher macht, ist die Tatsache, dass die Leute allgemein nicht wütend zu werden scheinen. Spielen wir direkt nach Landeröffnung eine Runde des Tabletop-Spiels gegen ein NPC, und lassen so die Leute stundenlang an der Kasse warten, passiert… nichts. Stattdessen stehen sie brav in der Schlange und warten, bis sie abkassiert wurden. Das ist etwas schade, da es so keine Rolle spielt, ob wir den Laden öffnen und einfach afk gehen, oder ob wir uns vorbildlich um unseren Laden kümmern.
Die Kämpfe
Um dem ein wenig entgegenzuwirken, können wir bereits ab Stufe drei, die wir schnell erreichen, einen Kassierer anstellen, der uns hilft. Damit nimmt er uns Arbeit ab, aber mindert auch den Spielspaß, denn ab dem Zeitpunkt müssen wir in erster Linie nur noch die Regale regelmäßig befüllen und gucken für den Rest des Tages einfach zu. Möglich sind natürlich auch Kämpfe mit unserem eigenen Deck gegen NPCs im Tabletop, aber auch das reicht nicht an Abwechslung, um zu überzeugen.
Um so einen Kampf zu gewinnen, müssen wir den Helden des Gegners besiegen, indem wir ihm genug Schaden zufügen. Das grundsätzliche Spielprinzip ähnelt dabei TFT. Wir haben jede Runde ein Budget an Münzen, mit dem wir Charaktere aus unserem Deck kaufen können. Drei gleiche Charaktere sind benötigt, um eine Stufe aufzusteigen. Die Charaktere, die gleichzeitig auf dem Spielfeld sein können, sind dabei begrenzt. Die Münzen können wir auch benutzen, um den Shop aufzuwerten und so die Chancen auf seltenere Charaktere erhöhen.
Eher lang- statt kurzweilig
Wenn die Kämpfe wenigstens kurzweilig wären, wäre es auf jeden Fall deutlich angenehmer, einen Kampf zu starten. Stattdessen hat der Table Battle Simulator das Problem, dass die Kämpfe einfach viel zu lange dauern. Ein Kampf dauert im Spiel etwa ein Drittel bis zur Hälfte des Tages, entsprechend lassen sich auch nicht viele Kämpfe austragen. Und meist hatten wir nach dem ersten Kampf des Tages auch keine Lust mehr, einen weiteren zu starten. Immerhin wollen wir lieber mehr Geld verdienen, um mehr Produkte anbieten zu können und den Laden erweitern.
Leider zieht es sich wie halb-geschmolzener Käse, Geld zu verdienen, um Fortschritte zu machen. Gefühlt kommen wir kaum von der Stelle und können uns nur alle paar Tage leisten, mal etwas anderes als Nachschub der Produkte zu kaufen. So können wir kaum Geld sparen, um das Lager oder neue Lizenzen freizuschalten. Das macht einfach keinen Spaß. Dabei ist das Betreiben des Ladens eigentlich die Hauptaufgabe, die wir haben.

Fazit
„Der Table Battle Simulator ist gerade erst in den Early Access gestartet und das merkt man dem Titel auch an. Es gibt noch einige Dinge, die es zu verbessern und anzupassen gilt. Angefangen bei der Simulation des Ladens, bei der es aktuell fast unmöglich scheint, ordentlich Fortschritte zu erzielen, da man einfach kaum Geld einnimmt. Dann geht es weiter mit den Kämpfen, die sich noch viel zu lange ziehen und die auf lange Sicht einfach keinen Spaß machen – auch wenn die Basis grundsolide ist. Aktuell kann ich das Spiel nur empfehlen, wenn ihr aktiv daran mitgestalten wollt, oder es euch nichts ausmacht, im Spiel tagelang Geld zu erwirtschaften, um minimalen Fortschritt zu generieren. Allen anderen würde ich raten, ein paar Updates abzuwarten, bis das Spielerlebnis deutlich runder geworden ist. Schlecht ist der Titel nicht – nur etwas unausgereift im Moment.„




