Mit War Sails hat Mount & Blade 2: Bannerlord knapp drei Jahre nach Release einen DLC bekommen, den wir uns mal angeschaut haben.
Mit Mount & Blade 2: Bannerlord hat das mittelalterliche Strategie-Sandbox-Franchise im Herbst 2022 einen Nachfolger bekommen, der bis dato sehr beliebt bei den Spieler:innen ist. Rund 87 % der über 220.000 Bewertungen auf Steam fallen bislang positiv aus. Das spricht eine deutliche Sprache, zumal auch die Modding-Community am Start ist und dem Titel immer wieder neue Inhalte oder eigene Verbesserungen und Anpassungen beschert. Knapp drei Jahre später hat Bannerlord mit War Sails nun einen DLC bekommen, mit dem es endlich möglich ist, auf hoher See zu schippern. Hinzukommt außerdem eine neue Fraktion im Norden und erweiterte Mechaniken für das Erkunden. Wir durften uns den DLC anschauen und verraten euch, was wir denken.
Die Nords
Bisher konnten Spieler:innen von Mount & Blade 2 den weitläufigen Kontinent Calradia lediglich auf dem Landweg bereisen und erkunden. Das änderte sich inzwischen mit dem „War Sails“-DLC, der am 26. November 2025 erschienen ist. Denn der DLC liefert mit den „Nords“ nicht nur eine neue Fraktion im Norden des Kontinents, sondern führt auch Seeschlachten und das generelle Navigieren zur See ein. Dennoch ist die Erweiterung nicht bloß mehr vom Vorhandenen, sondern bietet auch eine eigene Kampagne.
Das sehen wir direkt, wenn wir das Spiel starten. Denn dort ist das Basisspiel getrennt vom DLC, mit einer eigenen, aktualisierten Karte und eben der neuen Kampagne. Und das ist auch durchaus sinnvoll, denn so werden wir behutsam in die Seekriegsführung und das generelle Schiffs-Management eingeführt, ohne direkt von der Sandbox-Welt erschlagen zu werden. Der Beginn der Kampagne ist dabei ähnlich, denn wir schlüpfen in die Rolle eines einsamen Abenteurers, der von seiner Familie getrennt ist. Doch statt das Festland zu bereisen, um nach unserer Familie zu suchen, nimmt uns ein nordischer Kapitän unter seine Fittiche.
Seeschlachten
Bis wir jedoch den Umgang mit dem Schiff lernen, müssen wir uns einigen Dialogen stellen. Das mag sich für den ein oder anderen leider etwas zu lange ziehen, wodurch die Dialoge nicht mehr den Raum bekommen, den sie verdienen. Sind wir allerdings beim Herzstück der Erweiterung angekommen, den Schiffen, merken wir schnell, dass das gar nicht mal so schwer ist wie gedacht. Wie auch schon beim Navigieren zu Lande, klicken wir einfach dorthin, wo wir hinwollen. Während der Bewegung passen wir auf, dass uns keine feindlichen Fraktionen oder Korsaren zu Nahe kommen, bis wir uns selbst aufgebaut haben.
Werden wir doch mal in einen Kampf verwickelt, kommen wir auf die Seeschlacht-Karte und müssen unser militärisches Können unter Beweis stellen. Wie für Mount & Blade typisch, befehligen wir dabei unsere Armee selbst und mischen uns unter unsere Leute. Dabei laufen die Seeschlachten so ab, wie wir es uns auch vorstellen würden. Zu Beginn fliegen uns – und dem gegnerischen Schiff – Pfeilsalve um Pfeilsalve um die Ohren, während sich die Schiffe langsam nähern und die Nahkämpfer sich bereitmachen. Sind wir nah genug, werden Haken ausgeworfen, um das gegnerische Schiff zu entern. Der Kampf endet dabei, im Gegensatz zu den Landkämpfen, meist mit dem Auslöschen einer Seite. Mit einem geenterten Schiff kommt man immerhin nicht so einfach weg.
Steuerung
Der Ablauf bleibt dabei allerdings von Schlacht zu Schlacht gleich. Erst die Fernkämpfer, dann das Entern. Hier gibt es leider relativ wenig Abwechslung und es kommt auf die persönliche Präferenz an, ob euch das gefällt, oder eher stört. Was uns hingegen nicht stört ist die Steuerung des Schiffes, die einfach zu erlernen ist. Die Segel können gehoben und gesenkt werden, um die Geschwindigkeit anzupassen und die Besatzung kann zum Rudern eingesetzt werden. Dabei kann es zu einem Nachteil werden, wenn wir zu viele Truppen an die Ruder schicken – immerhin fehlen diese dann beim Kämpfen, weil sie anderweitig beschäftigt sind.
Haben wir ein paar Gefechte gewonnen und ordentlich Beute gemacht, können wir unsere Schiffe noch verbessern. Dazu gehören zum einen natürlich bessere/größere Schiffe, zum anderen aber auch bessere Ausrüstung für das Schiff selbst, wie Rammen oder Ballisten. Das ist zwar nicht ganz so tiefgreifend wie die Ausrüstungsmöglichkeiten unseres Charakters, bietet aber immerhin etwas Abwechslung.
Neue Flüsse
Auch die Spielwelt bietet mit der aktualisierten Karte von Calradia etwas mehr Abwechslung, denn dem bestehenden Kontinent wurden mehr Möglichkeiten gegeben, mit dem Schiff zu reisen. Bedeutet, wir können nicht nur um das Festland herumsegeln, sondern Dank Flüssen und anderen Küstenlinien auch tiefer ins Landesinnere eindringen. Auch Städte verfügen nun über Häfen, sodass wir ganz einfach anlegen und Städte betreten können, um beispielsweise zu handeln.
Zudem wurden die Fähigkeiten um welche maritimer Natur erweitert. Genauer gesagt handelt es sich dabei um den Seemann, den Bootsmann und den Schiffskapitän, die das Seekampfgeschick, Flottenmanagement, die Logistik, Navigation oder die Schiffsausrüstungen beeinflussen. Das Verbessern dieser Fähigkeiten ist vor allem dann sinnvoll, wenn wir viel auf Schiffe setzen, oder unsere Landtruppen mit Seetruppen verstärken möchten.

Fazit
„Mount & Blade 2 hat mit War Sails eine sinnvolle Erweiterung bekommen, die das grundlegende Spielprinzip um eine neue Möglichkeit erweitert. Leider ist es nicht perfekt geworden und je nach den eigenen Ansprüchen muss man ein Auge zudrücken, um es genießen zu können. Dazu gehört unter anderem der meist gleiche Ablauf bei den Seeschlachten, bei denen es auch nicht sonderlich viel mehr Möglichkeiten gibt. Dadurch fehlt den Seeschlachten auch ein richtiger, taktischer Tiefgang. Insgesamt hat der DLC aber das Potenzial, Spielende für weitere, mehrere hundert Stunden in den Bann zu ziehen.„
Der Review-Key für den PC wurde uns freundlicherweise von TaleWorlds Entertainment zur Verfügung gestellt.




