Künstlerische Freiheit: Ist das schon Rassismus?

Immer wieder sorgt die künstlerische Freiheit von beispielsweise Musikern oder Entwicklern in der Videospiel-Branche für Aufsehen und Diskussionen, doch wann ist ein Aufschrei wirklich gerechtfertigt?

Aktuell gibt es immer wieder große Worte zur Künstlerischen Freiheit von verschiedenen Künstlern, Menschen aus der Öffentlichkeit und solche, die gerne öfter mal auf der Titelseite auftauchen wollen würden. Thematisch richtet sich alles gegen die „total antisemitischen“ Rapper Kollegah und Farid Bang, die in einer Zeile in einem Lied einen Vergleich mit Gefangenen von Auschwitz ziehen. Es wird vor lauter Empörung auf diesen sechs Worten herumgetrampelt und ein riesiges mediales Echo erzeugt, das völlig ohne Kontext versucht, die beiden Künstler in eine rassistische Ecke zu drängen. Doch viele „Prominente“ vergreifen sich dabei selbst so krass im Ton, dass sie vor Rassismus nur so triefen. Eine ähnlich hitzige Debatte gab es auch vor nicht all zu langer Zeit um Daniel Vavra und Kingdom Come: Deliverance. Die eigentliche Frage, die sich alle stellen sollten ist, wie weit darf Künstlerische Freiheit reichen und wann werden Grenzen offensichtlich überschritten? Ist man wirklich ein Antisemit, wenn man in einem Lied mit einer Zeile gegen eine bestimmte Gruppe schießt? Ist man Rassist, wenn man sich entscheidet, keine farbigen Menschen im historischen Kontext in einem Spiel einzubauen? Diese Kolumne versucht, darauf eine objektive Antwort zu finden.

 

Keine Schwarzen im Mittelalter?

 

Die größte Kontroverse der letzten Zeit, nach dem Lootbox-Debakel rund um Star Wars Battlefront 2, war wohl die zu Daniel Vavra und dem Spiel Kingdom Come: Deliverance. Grob zusammengefasst lässt sich sagen, dass Daniel Vavra sich immer und immer wieder darauf gestützt hat, es hätte keine farbigen Menschen im Böhmen des frühen 15. Jahrhundert gegeben. Auch bestand er immer wieder darauf, dass man sich mit dem Spiel dem Realismus verschrieben habe und mit den besten Historikern zusammengearbeitet hat. Es wurde also so hingestellt, als wäre seine Aussage komplett richtig und es gäbe keine zwei Meinungen. Deswegen, und weil er mit einem Artwork-Shirt einer rassistischen Band gesehen wurde.

 

Nun lässt sich natürlich darüber diskutieren, in wie weit man ihm seine Ansicht als rassistisch auslegen mag oder ob es sich einfach nur um seine Meinung handelt. Beziehungsweise um seine Art der Umsetzung. Denn selbst einer der erfahrensten deutschen Experten, der sogar seinen Schwerpunkt in Böhmen zu jener Zeit hat, sagt, dass man es nicht zu 100 Prozent beantworten kann, ob es Farbige gab. Jedoch sei die Wahrscheinlichkeit, dass im Böhmen des frühen 15. Jahrhundert Farbige gab, als das, was wir unter dem Begriff heute verstehen, sehr gering. Demnach ist die Entscheidung, keine dunkelhäutigen in Kingdom Come: Deliverance einzubauen in erster Linie eine mögliche Auslegung der Zeit, die wohl am „treffendsten“ ist, geht man nach den Historikern. Dennoch betont Prof. Dr. Winfried Eberhard, dass jegliche Aufzeichnungen und Aufarbeiten immer nur Deutungen der Zeit seien. Denn die vergangene(n) Zeit(en) sind uns fremd.

 

Doch der Versuch, ein Spiel oder das Team hinter einem Spiel in die Ecke des Rassismus zu drängen, gab es auch schon vor Kingdom Come. So gab es solche Diskussionen bereits zum Launch von The Witcher 3: Wild Hunt. Dort wurde ebenfalls angeprangert, dass im Spiel keinerlei dunkelhäutige Personen vertreten seien. Fabian Döhla sagte dazu passend, dass diese Diskussion versucht wird, auf dem Rücken von Spielen auszutragen. Aber gerade dann, wenn Themen populär seien, lassen sie sich hervorragend in die Öffentlichkeit zerren. Jedoch fehle ihm oftmals der journalistische Ehrgeiz, ein Thema komplett zu beleuchten, bevor man wortwörtlich „draufhaut“.

 

Die Entscheidung, ob ich nun eine bestimmte Art von Person oder Glaube in ein Spiel einbaue, fällt unter die künstlerische Freiheit. Ein Spiel ist ein künstlerisches Souverän, in dem Entscheidungen gefällt werden müssen, die letzten Endes zum Gesamtpaket passen müssen. Sowohl in Kingdom Come: Deliverance, als auch in The Witcher 3 kann man zwar bemängeln, dass es keine dunkelhäutigen im Spiel gibt, aber den Entwicklern deswegen Rassismus vorzuwerfen, ist haltlos. Geht man mit solchen Maßstäben an Themen heran, kann man zu absolut jedem Spiel, jedem Film und jedem Lied ein riesiges Fass öffnen, dass man zu Tode diskutiert.

 

Ein Preis, mit eigenen Gesetzen

 

Ähnlich kontrovers wird derzeit über zwei deutschsprachige Künstler diskutiert. Bevor ich jedoch mit den eigentlichen Kontroversen rund um den Musikpreis Echo beginne, eine kleine Einführung. Der Echo wird seit 1992 jährlich vergeben und ist damit international einer der am spätesten eingeführten Preise für Musiker. Dennoch mauserte er sich zum renommiertesten deutschen Musikpreis überhaupt. Viele Ikonen der deutschen aber auch internationalen Unterhaltungsbranche wurden geehrt, unter anderem Eminem, Udo Lindenberg oder auch Helene Fischer. Die genannten Künstler konnte sich sogar über mehrere Auszeichnungen freuen, von 6 bis 17 Stück reicht die Spannweite. Doch gerade in den letzten paar Jahren wurde aus dem Echo eher eine Farce, die vor Doppelmoral nur so strotzt.

 

Die erste kleine, aber doch medienwirksame Diskussion gab es bereits im Jahr 2006, als Oomph mit ihrem Song „Gott ist ein Popstar“ auftreten sollten. Der Auftritt wurde jedoch kurzfristig vom übertragenden Sender RTL ausgeladen, da zu dieser Zeit die religiösen Diskussionen um Mohammed-Karikaturen in aller Munde waren. Es wäre demnach wohl nicht passend gewesen, dass diese deutsche Band mit einem solch religiösen Lied auftreten würde. Betrachtet man die Wichtigkeit und Stellung Mohammeds im Islam, könnte man dies noch irgendwo nachvollziehen. Immerhin war die weltweite Situation noch nicht so sehr angespannt, wie in diesen Tagen. Für den nächsten Eklat sorgte dann die Südtiroler Deutschrockband Frei.Wild, dessen Kontroverse(n) sich sogar von 2013 bis 2016 zogen.

 

Doch von vorne. Als die Südtiroler im Jahr 2010 noch nicht in aller Munde waren, waren sie bereits für den Echo nominiert. Während der Feier wurde Sänger Philipp Burger sogar noch mit Jennifer Rostock-Frontfrau Jennifer Weist Arm-in-Arm fotografiert. Das ist in so weit interessant, da im Jahr 2013 die Deutschrocker erneut nominiert wurden und unter anderem die Band Jennifer Rostock mit einer Absage drohten, sollten Frei.Wild weiterhin als Nominierte zugelassen werden. Doch unter anderem auch Kraftklub drohten mit einer Absage. Bands, die dafür bekannt sind, keine anderen Meinungen, außer ihre eigene, anzuerkennen. 2014 sagten die Südtiroler dann ihrerseits die Teilnahme am Musikpreis ab, kamen 2016 dann aber wieder, um ausgezeichnet zu werden. Während der Dankesrede sprach man von „Korrigierten Fehlern“, die der Veranstalter verursacht hatte. Daraufhin reagierte man mit Buh-Rufen. Die Krönung des Ganzen gab es dann in diesem Jahr rund um Kollegah & Farid Bang.

 

„Der Echo der Schande“

 

Das Jahr 2018 setzt dem Echo die Krone der Negativität auf und zeigt ein weiteres Mal, dass man sich innerhalb der Musikszene nicht solidarisiert. Stattdessen wird separiert, ausgeschlossen und öffentlich auf Künstler eingedroschen, die man nicht mag. Während bei Frei.Wild fast monatlich neue Diskussionen um die „fragliche Gesinnung“ der Band und ihrer Lied aufkeimen, fing man bei Kollegah und Farid Bang erst mit der Nominierung zum Echo an. Plötzlich, knapp ein bis zwei Wochen vor der Ausstrahlung, gab es reißerische Artikel auf Bild. Kontext: Die Rapper sind antisemitisch und verhöhnen Holocaust-Opfer! Passend dazu interviewte man irgendwelche C-Promis, die der Bild vor’s Mikro gestolpert sind und ließ natürlich auch Anhänger des jüdischen Glaubens, darunter auch verschiedene Kommitees zu Auschwitz und dem Holocaust zu Wort kommen, die eine einzige Zeile zutiefst verurteilten und die beiden Rapper als antisemitisch anprangerten.

 

Konkret beruft man sich auf die Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“, die von Farid Bang auf dem Bonus-Track „0815“ gerappt wird. Konkret geht es hier um einen Vergleich der Körper, denn Gefangene der Konzentrationslager waren unterernährt und wurden zum Arbeiten gezwungen. Sie wurden als untermenschliche Arbeitskräfte angesehen, die keinerlei Pflege bedürfen und demnach auch nicht selten wegen Erschöpfung starben. Farid Bang und Kollegah hingegen achten seit Jahren auf ihre Ernährung und definieren ihre Körper wie Bodybuilder. Hier geht es also lediglich um eine Hyperbel in einem Vergleich, die darstellen soll, wie krass trainiert die beiden sind. Dass die Line im Endeffekt geschmacklos und makaber ist, lässt sich nicht abstreiten.

 

Rap-Kollegen springen zur Seite

 

Was man den beiden jedoch absprechen muss, ist der angebliche Antisemitismus. Das Ganze beginnt nämlich schon beim Wort „Auschwitzinsassen“, denn nicht alle Insassen im KZ waren Juden. Auch Polen, Österreicher und sogar Deutsche, ohne jüdische Abstammung, wurden dort zur Arbeit gezwungen. Den einzigen Aufschrei gibt es aber, mal wieder, nur von den Anhängern des jüdischen Glaubens. Kollegah und Farid Bang pflegen seit Jahren ein Image als Gangster, Proll und Kante. Das Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ ist, wie unschwer zu erkennen, bereits das dritte Album dieser Art, in der einfach alles und jeder beleidigt wird. Dies nennt man „Battle-Rap“ und bedient sich schon seit Jahren an harten Vergleichen, die teilweise auch geschmacklos erscheinen mögen. So wurde beispielsweise beim JBB ein Teilnehmer glaubhaft als Neo-Nazi und Kinderschänder dargestellt, mit inszenierten Abschnitten. Die Folge: Es gab keinen medialen Aufschrei. Warum? Weil es eben zum Genre Battle-Rap gehört, sich mit allen Mitteln zu „dissen“ und möglichst kreativ zu beleidigen. Dass das alles nicht persönlich genommen wird, zeigen Turniere wie das Video Battle Turnier (VBT) und Juliens Blog Battle (JBB) schon seit Jahren.

 

Auch die Kommentare vieler Rapper, die eigentlich nicht mit den beiden Düsseldorfern befreundet sind und allen Grund hätten, gegen sie zu schießen, stehen ihnen bei. Beispielsweise Sido, der Campinos Aktion via Twitter als „Opfermove“ betitelt“, Fler betitelt den Frontmann der Toten Hosen sogar als Heuchler. Sogar Bushido, der auf dem jüngsten Album der beiden Gangsta-Rapper heftig einstecken musste, äußerte sich zur Thematik. Bei Facebook schrieb er „Nun gibt es eben diese Zeile, die so heftig diskutiert wird. Ja ich finde sie auch geschmacklos. Ich würde so etwas auch nicht in meinen Songs thematisieren, fühle mich aber nicht besser als Farid oder Kollegah. Sie sind, wie ich, Teil einer Kultur, die seit ihren Anfängen in Deutschland weder akzeptiert, noch respektiert wird. Vom Verstehen wollen wir erst gar nicht reden.“ Und auch der mittlerweile langjährige Feind und ehemalige Wegbegleiter, und selbst Jude, Sun Diego aka. SpongeBOZZ äußerte sich. Auch für ihn seien Kollegah und Farid Bang keine Antisemiten.

 

Niemand wird verunglimpft

 

Fakt ist, dass die oben zitierte Zeile keine antisemitische Aussage per se ist. Denn es wird weder die Nazizeit verherrlicht, noch wird der Holocaust geleugnet, noch macht man sich über die KZ-Insassen lustig. So, wie dort Antisemitismus hinein interpretiert wird, könnte man auch eine antinationalsozialistische Haltung hinein interpretieren. Denn es wird auf die (erzwungene) Unterernährung der Häftlinge zu jener Zeit hingewiesen. Es geht hier, wie bereits erwähnt, um einen geschmacklosen Vergleich, keine Frage, allerdings ist er nicht an den Haaren herbei gezogen oder diskriminiert irgendeine Ethnie oder Religion in irgendeiner Weise. Ebenfalls kommt hinzu, dass Kollegah im Track „NWO“ von 2013 bereits Gegenteiliges und eindeutiger gerappt hat. So gab es folgende Zeilen:

 

„Was hat es für ’nen Sinn, wenn man im Bürgerkriegs-Gefecht
Für irgendwelche Führer die eigenen Brüder niederstreckt?
Wir sind Brüder, wir sind Schwestern, Nachkommen von Adam
Ganz egal, ob wir nun „Jahwe“, „Gott“ oder „Allah“ sagen“

 

Zum Abschluss sollte man noch erwähnen, dass Kollegah kein dummer Mensch ist und nicht umsonst seit 2009 Jura an der Johannes Guten-Unversität in Mainz studiert. Außerdem sieht man seit Jahren eine Entwicklung innerhalb der Rap-Szene, die immer offener wird und bei der auch die BpjM immer weniger zu beanstanden hat. Wurden vor einigen Jahren noch „harmlose“ Rap-Alben indiziert, versteht man heute, was zu einem Image der Rapper gehört und wie Battle-Rap funktioniert. Lediglich die Gesellschaft kann sich damit nach wie vor nicht abfinden. Diese hitzige Diskussion ist nur entstanden, weil die Bild wieder einmal Hetze gegen einzelne Personen betreibt und Sachen aus reiner Subjektivität, ohne Kontext, beurteilt. Wie Bushido in seinem Statement schon sagte, seit ihren Anfängen wird die Rap-Szene in Deutschland zum größten Teil weder akzeptiert, noch respektiert. Und das führt unweigerlich zu großen Kontroversen.

 

Traurig und lustig zugleich wird es, wenn man sich die Vergangenheit von Campino und den Tosen Hosen anschaut. Campino ist maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass es so ein riesiges Medienecho gibt, da er während der Live-Übertragung auf den beiden Rappern rumhackte. Er sagte, dass Provokation manchmal sein muss, aber hier völlig fehl am Platze wäre und man sich doch „benehmen“ solle. Dabei vergaß er wohl, dass er und seine Band 1983 bei einem Videodreh sogar eine Kirche entweihten. Als Reaktion darauf regten sich die Bürger des kleinen Örtchens Jesenwang auf und waren extrem verärgert. Daraufhin antwortete die Band, dass die Reaktionen „typisch spießbürgerlich“ wären und „Jesus sicher provozierender“ war. Jemanden wegen einer möglichen zweifelhaften Aussage zu verurteilen, aber selbst nicht besser zu sein, kann heuchlerischer nicht sein. Auch, dass zur diesjährigen Echo-Verleihung eine Band, die jahrelang im Verfassungsschutzbericht geführt wurde und als linksextrem geführt wird, für den „Kritikerpreis“ nominiert war, erwähnt niemand mit einem Wort. Die Band „Feine Sahne Fischfilet“ startete ihre Karriere mit offensichtlich sexistischen Liedern und riefen auf dem Debütalbum zur Gewalt auf. Sogar eine Bauanleitung für einen Molotow-Cocktail veröffentlichten sie auf ihrer Website. Das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern sah es sogar als erwiesen an, dass Bestrebungen von der Musikgruppe ausgehen, „die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet sind“.

 

Fazit

 

Man kann von (selbsternannten) Gangster-Rappern nun wirklich halten, was man will. Man muss niemanden mögen, der einen in Liedern auf Proll macht, Macho-Klischees bedient und zig Tonnen Drogen quer durch die Lande bringt. Allerdings muss man respektieren, dass es Menschen gibt, die eben genau jene Images pflegen und damit äußerst erfolgreich sind. Dann aber eine einzige Zeile seit x Jahren zu nehmen, diese dann antisemitisch auslegen und daraus die wohl größte Rap-Kontroverse der letzten Jahre zu machen, ist lächerlich. Zeitgleich zeigt es, wie heuchlerisch man mit den Themen umgeht und, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Einerseits ist es extrem schade, dass man so kontrovers diskutiert, ohne sich wirklich mit dem Thema auseinander zu setzen. Denn würde man sich die Zeit nehmen und die betreffende Zeile in den Kontext setzen, in den sie gehört, würde man relativ schnell erkennen, worum es sich wirklich handelt. Und das ist, wie schon mehrfach erwähnt, ein harter, aber geschmackloser Vergleich. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Zeile voller Hass gegen Juden oder sonstige Individuen ist. Zumal die komplette Kontroverse mehr Werbung für Kollegah und Farid Bang ist, als sie wohl jemals hätten schalten können. Statt ständig ein neues Fass grundlos zu öffnen, sollte man, wenn man schon diskutieren möchte, dies auf einer normalen und anständigen Ebene tun. Ein Lied davon kann wohl Daniel Vavra singen, denn es ist nicht so einfach das Gegenteil zu beweisen, wenn man einmal mit aller Kraft in die rechte Ecke gedrängt wird. Nicht jeder, der einen makaberen Spruch loslässt, für sich eine Entscheidung trifft, seine Meinung vernünftig kundtut oder sonst irgendwie aneckt, ist sofort ein Rassist. Oftmals diskriminiert man durch solche haltlosen Anschuldigungen sogar die betreffenden Personen und genau das ist es doch, was man eigentlich anprangert. Dieses Schubladendenken hat in dieser Zeit weder einen gerechtfertigten Platz, noch sollte man darauf aufbauend ernsthafte Diskussionen führen. Um abschließend noch ein, zwei Worte zur künstlerischen Freiheit zu sagen. Für mich hört künstlerische Freiheit erst dort auf, wo bewusst und explizit ernsthaft zur Gewalt aufgerufen wird oder Personengruppen und Religionen attackiert werden. Zu bestimmen, wann diese Grenze deutlich überschritten wurde, dafür ist die BpjM zuständig, die Gott sei Dank schon seit Jahren gute Arbeit leistet. Abschließend wird es aber immer jemanden geben, der sich auf den Schlips getreten fühlt und der etwas verurteilt, weil es nicht in sein Weltbild oder zu seiner Meinung passt. Man kann – und man wird – es nie jedem der knapp acht Milliarden Menschen gerecht machen oder werden können.

Maurice Skotschir

Neben Strategie-Spielen, mit denen mein Leben als Zocker begann, hege ich große Liebe zu Rollenspielen und Shootern gleichermaßen. Musikalisch bewege ich mich am liebsten im deutschen Rap und allgemein im (Hard)Rock. Als Redakteur konnte ich bereits bei spieletipps erste Erfahrungen sammeln und seit Mitte 2015 schreibe ich für die Redaktion von shooter-szene.de.