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Defend the Rook im Test: Rogue-Lite-Tower-Defence-RPG

Defend the Rook ist eine Mischung aus Tower Defence und taktischem Rollenspiel. Kann diese Mischung denn auch überzeugen?

Defend the Rook hat mich tatsächlich überrascht und sich schnell zu einem Spiel gemausert, dass ich in einem Zug komplett durchspielen wollen würde.
Maurice Skotschir

Bei Defend the Rook handelt es sich um ein taktisches, rundenbasiertes Rollenspiel mit Fantasy-Setting und einem besonderen Twist. Denn statt einfach nur mit unseren Helden auf die Gegner einzudreschen, haben wir auch noch weitere Hilfsmittel dabei: Türme. Dadurch spielt auch noch das Tower-Defence-Genre mit hinein. Entwickelt wurde das Spie von One Up Plus, gepublished haben es Goblinz Studio und Maple Wishpering. Ob ihnen diese Mischung gelungen ist, verraten wir euch jetzt in unserem Test.

Der Extra-Twist

Das Kernkonzept vom Fantasy-Tower-Defence-Spiel Defend the Rook besteht darin, den Hauptturm um jeden Preis zu schützen. Damit sich ein einziger Turm aber nicht um die anrückenden Wellen von Gegnern kümmern muss, haben wir auch noch drei Helden dabei. Zusätzlich auch noch Barrikaden, Eisfallen und Zaubersprüche, die uns dabei helfen. Doch nicht nur das, sondern auch ein paar Türme, die wir obendrauf bekommen. Bisher klingt es alles nach einem der typischen TD-Titel, doch es geht durchaus noch in die Tiefe und bietet eine wunderbare Geschichte, sowie vertraute Mechaniken, aber auch ein paar Tricks, um sich von anderen abzuheben.

Was ebenfalls typisch ist, ist ein gewisser Grind der mit dem Genre einherkommt – und er ist hier ein notwendiges Übel. Gerade am Anfang kann es schnell passieren, dass ihr einen Kampf nicht übersteht und von vorne starten müsst. Doch je mehr Zeit ihr in das Spiel investiert, desto stärker werden eure Charaktere und desto mehr wisst ihr auch über das Spiel und die Gegner. Für das Besiegen von Gegnern winken euch Erfahrungspunkte und Gold, die bzw. das ihr zum Verbessern benötigt.

Das Rogue-Lite-Element

Defend the Rook hat aber auch ein paar Rogue-Lite-Elemente inne. Ein Durchlauf des Spiels besteht darin, fünf verschiedene Gebiete und damit fünf Bosse zu besiegen. Jedes Gebiet schickt fünf Wellen auf euch los, an dessen letzter Welle ein Boss erscheint, der eigene Stärken und Schwächen hat. Habt ihr die fünf Gebiete erfolgreich absolviert, setzt das Rogue-Lite-Element ein. Denn ihr verliert alle freigeschalteten Verbesserungen eurer Helden, deren Perks und die Verbesserungen der Türme.

Damit ihr aber nicht ständig wieder von null beginnt, gibt es mit den “Juwelen” eine Währung, die euch permanente Boni, neue Charaktere oder auch neue Türme freischaltet. So gibt es beispielsweise eine Art Totenbeschwörer, statt einer Zauberin. Oder einen Waldläufer, statt eines Schurken. Oder auch einen Samurai, statt eines gewöhnlichen Kriegers. Jeder Charakter hat dabei auch andere Eigenschaften und Vorteile. Gleiches gilt für die Türme, Zaubersprüche und Fallen, von denen jeweils noch andere Varianten freigeschaltet werden können.

Taktik im Blick

In der Geschichte lernen wir diverse Anführer verschiedener Fraktionen kennen, die jeweils nach dem größten Reichtum an Juwelen streben. Wie es sich so für Edelsteine gehört, möchte natürlich jeder in den Genuss dieser funkelnden Steine gelangen. Und wir werden natürlich damit, am Ende eines Durchlaufs, belohnt. Die Varianz an neuen Sachen oder Charakteren, die wir freischalten können, hat auch Einfluss auf unsere taktischen Optionen.

Im Grunde ist das Kampfsystem doch recht einfach. Wir können uns bewegen und angreifen. Die Helden haben einen Wert an Stärke, Rüstung und Gesundheit. Jeder Charakter und unser Hauptturm kann sich einmal pro Zug bewegen und angreifen. Dadurch ist es wichtig zu beachten, wo sich Charaktere platzieren, um nicht am Zug des Gegners Schaden zu kassieren. Auch die Türme, die wir noch platzieren können, wollen einen strategisch guten und nicht zu schlecht gedeckten Platz haben. Denn die Gegner folgen keinem Pfad, sondern die Karte besteht aus einem offenen Areal.

Wähle weise

Haben wir uns gut angestellt, und unseren Turm verteidigt, dürfen wir am Ende jeder Welle eine Fähigkeit für einen Charakter aussuchen. Ist einer unserer Helden angeschlagen, oder gar während des Kampfes gestorben, können wir sie auch am Ende der Runde heilen oder wiederbeleben, dafür aber keine Fähigkeit für einen anderen wählen. Ihr seht schon, es kann sehr schwierig werden, eine Entscheidung zu treffen.

Diese Fähigkeiten sind nämlich auch sehr nützlich, denn sie können beispielsweise die Angriffsreichweite eurer Helden erhöhen, ihren Schaden oder ihre Rüstung. Auch können es besondere Fähigkeiten sein, wie ein Greifhaken für den Waldläufer. Damit zieht er sich nach seinem Angriff wieder zurück zu einem Kanonenturm, vorausgesetzt, er hat die Runde angrenzend an einen angefangen. So könnt ihr euch übers Feld bewegen und Schaden austeilen, ohne welchen befürchten zu müssen. Toll!

Gelungenes Gesamtpaket

Dieser simple, aber doch sinnvolle und spaßige Gameplay-Mix haben großes Sucht-Potenzial und wecken den “Eine-Runde-Noch”-Trieb in einem. So kann es passieren, dass ihr nach dem Abschluss eines Durchlaufs direkt den nächsten startet, weil ihr wissen wollt, die sich die nun freigeschalteten Boni anfühlen und ins Spiel integrieren. Hinzukommen eine einfacher grafischer Stil, gepaart mit einer übersichtlichen Benutzeroberfläche, abwechslungsreichen Farben und einem gelungenen Soundtrack. Bei diesem wechseln sich fröhliche und treibende Melodien ab. Auch die Soundeffekte passen zum Gesamtpaket.

Leider gibt es keine Vertonung der Dialoge, die kurz gehalten sind und nicht allzu häufig auftreten. Doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der zur Atmosphäre und Immersion beigetragen hätte. Ein Beinbruch ist das nicht, immerhin ist das Spiel an sich schon vollkommen überzeugend.

Fazit

Defend the Rook hat mich tatsächlich überrascht und sich schnell zu einem Spiel gemausert, dass ich in einem Zug komplett durchspielen wollen würde. Das geht zwar nicht an einem Abend, dennoch wäre der Wille da. Dadurch ist es eine ziemlich gelungene und fantastische Bereicherung des Genres. Es verbindet den Tower-Defence-Aspekt hervorragend mit den taktischen RPG-Elementen sowie einem Hauch Rogue-Lite. Natürlich müssen wir für die Juwelen-Verbesserungen ein wenig grinden und manche Sachen häufiger machen und wiederholen, dennoch stört es dem Spiel kein Stück. Die Ideen, die die Entwicklerinnen und Entwickler hier haben einfließen lassen, sind sinnvoll und durchdacht. Wenn ihr Plants vs. Zombies mochtet, werdet ihr Defend the Rook lieben!

Der Key wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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