Image default
Indie Simulationen Spiele-Review

Hell Architect im Test: Einmal Teufelchen spielen!

In Hell Architect könnt ihr einen teuflischen Architekten verkörpern und so endlich mal selbst Teufel spielen und Menschen quälen!

Dennoch weiß es in manchen Punkten seinen Charme auszuspielen. Vor allem der Stil ist gut gewählt und auch das Gameplay macht – zumindest kurzzeitig – viel Spaß.
Maurice Skotschir

Hell Architect ist zwar nicht das erste Spiel, in dem wir in die Rolle des Bösewichts schlüpfen. Doch kommt dieses Spielprinzip unserer Meinung nach noch viel zu selten vor. Neben dem Urgestein dieser Art “Dungeon Keeper”, fällt uns nur noch das vor nicht allzu langer Zeit in die Version 1.0 gegangene “Legend of Keepers” ein, in dem wir unseren Dungeon vor den feindlichen Helden verteidigen müssen. Bei Hell Architect handelt es sich aber um ein ganz anderes Spiel. Hier schlüpfen wir nicht in die Rolle eines bösartigen Verlieswächters, sondern verkörpern den Teufel – oder zumindest seinen Architekten. Immerhin dürfen wir verschiedene Gerätschaften aufstellen, mit denen wir “böse” Menschen quälen können. Doch von vorne.

Keine Innovationen

Hell Architect ist ein ordentliches Basisbau- und Kolonieverwaltungsspiel mit einer 2D-Ansicht. Unser Ziel ist es, die perfekte Folterkammer für die verdammten Seele zu erschaffen. Mit der Zeit verirren sich immer mehr dieser verlorenen Seelen in unserer Kammer und wir müssen sie leiden lassen, damit wir noch mehr fiese Gerätschaften errichten können. Dabei wartet das Spiel vor allem mit einem augenzwinkernden Humor auf und kommt mit einem niedlichen grafischen Stil daher. Dadurch wirkt das Ganze nicht wie ein Horrorspiel, sondern es ist durchaus weniger “höllisch” anzusehen.

Das Gameplay ist recht einfach gehalten und beschränkt sich auf die Mechaniken eines typischen Kolonie-Simulators. Wir haben Arbeiter, die ein paar grundlegende Bedürfnisse haben, die gedeckt werden müssen. Wir erteilen als Architekt die Befehle und müssen zusehen, dass alles läuft. Dabei hebt sich der Titel aber nicht wirklich von seinen Kollegen wie “Oxygen Not Included” ab. Es ist ein anderes Setting mit einer anderen Prämisse und seinem Sinn für Humor, aber alles andere wirkt ziemlich vertraut.

Klassische Kolonie-Simulation

Das Schöne daran ist aber, dass sich Hell Architect nicht unbedingt selbst allzu Ernst nimmt. Immerhin ernten wir durch Folter Energie von den verlorenen Seelen. Manche davon töten wir auch, um ihre Essenz zu gewinnen. Dabei wollen wir aber nicht einfach nur um jeden Preis wertvolle Ressourcen ergattern, sondern wir wollen, dass es ihnen so gut wie möglich bei uns geht und erfüllen daher auch ein paar ihrer Bedürfnisse. Und stimmen sie doch ein wenig glücklich.

Dazu bauen wir verschiedene Gebäude, die unterschiedliche und immer fortschrittlichere Ressourcen benötigen. Materialien wie Eisen, Kohle oder Kristalle gehören dazu. Diese plus das Leid und die Essenz sind Grundvoraussetzung für jegliche Gebäude. Wir kümmern uns um Nahrung, Getränke, Fortbewegungsmittel, Foltergeräte und vieles Weiteres.

 

Keine Kampagne

Der Titel bietet verschiedene Spielmodi, die wir uns nach Beenden des Tutorials anschauen können. Am Wahrscheinlichsten ist jedoch, dass ihr euch den Sandbox-Modus anschaut. Die einzelnen Szenarien des Spiels sind zwar durchaus interessant gestaltet, aber eine zusammenhängende Kampagne hätte hier den größeren Reiz gegeben. Auch das in den Fokus rücken dieser Szenarien wäre schon etwas besser gewesen. Denn sie fordern eure Fähigkeiten als höllischer Architekt, im Gegensatz zum Sandbox-Modus, der leider schnell eintönig und öde wird.

Fazit

“Hell Architect ist wirklich ein witziges, kleines Spiel, das vermutlich auch keine allzu großen Ambitionen hegt. Dennoch muss es sich mit den vorhandenen Genre-Kollegen messen. Und in diesem Vergleich schneidet der Titel von Woodland Games leider nicht so gut ab, wie sie es sich wohl erhofft hatten. Dennoch weiß es in manchen Punkten seinen Charme auszuspielen. Vor allem der Stil ist gut gewählt und auch das Gameplay macht – zumindest kurzzeitig – viel Spaß. Leider wird es recht schnell eintönig und den gewöhnungsbedürftigen Soundtrack schaltet man nach kurzer Zeit aus. Fans von Kolonie-Simulationen können hier durchaus ihren Spaß haben, aber ob es wirklich 22.99 Euro wert ist, müsst ihr selbst entscheiden. “

Der Key wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Ähnliche Beiträge

Rustler im Test: Ist das noch witzig oder kann das weg?

Maurice Skotschir

Early Access-Review: Temtem

Maurice Skotschir

Humankind im Test: Die Revolution für 4X-Spiele?

Maurice Skotschir

Wir verwenden (zuckerfreie) Cookies um euch im Internet verfolgen zu können. Mit dem Besuch der Seite, stimmst du dieser Frevelei zu. OK Mehr erfahren

Privatsphäre & Cookies