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Indie Platformer Spiele-Review Team 17

Greak: Memories of Azur im Test

Greak: Memories of Azur ist ein kleiner Action-Platformer mit Metroidvania-Elementen und drei Protagonisten. Spielt sich das denn auch gut?

Greak: Memorzies of Azur sticht besonders durch den ungewöhnlichen Gameplay-Aspekt eines Action-Platformers heraus: die drei Charaktere.
Maurice Skotschir

Greak: Memories of Azur ist das Erstlingswerk des mexikanischen Studios Navegante Entertainment, die Unterstützung vom Publisher Team17 bekommen. Dabei handelt es sich um einen Action-Platformer mit Metroidvania-Elementen und drei Protagonisten, die wir spielen dürfen. Wir übernehmen abwechselnd die Kontrolle über die Charaktere, die auch unterschiedliche Fähigkeiten innehaben. Die Entwickler sagen selbst, dass sie sich unter anderem beim SNES-Klassiker The Lost Vikings Inspiration abgeholt haben. Und ob sich das auch gelohnt hat, verraten wir euch im Test!

Das Land Azur

Der Name des Landes Azur befindet sich nicht umsonst im Titel des Spiels, denn es ist der Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Azur ist die Heimat der Courines, die von den kriegerisch gelaunten Urlags überrannt wurden. Zwar konnten sie sich lange gegen diese wehren, aber nun stehen sie kurz vorm Ende. Es gibt nur einen Ausweg: der Himmel. Genauer gesagt wollen sie mit Luftschiffen versuchen zu fliehen und die Belagerung zu beenden. Mittendrin finden sich die Geschwister Greak, Adara und Raydel wider, die allerdings voneinander getrennt werden und im Anschluss versuchen, sich wiederzufinden. Sie dürfen sich vorerst in einem kleinen Späherdorf niederlassen, und helfen den Bewohner beim Bau eines eigenen Luftschiffs.

Zunächst schlüpfen wir in die Rolle des jungen Schwertkämpfers Greak. Nachdem er einen tiefen Sturz überlebt hat, finden ihn ein paar Späher, die ihn ins Dorf bringen. Er revanchiert sich für die Hilfe und übernimmt ein paar Aufgaben für sie, beispielsweise um Zutaten oder Baumaterialien für das Luftschiff zu beschaffen. Natürlich sucht er parallel auch nach Hinweisen, wo sich seine Geschwister aufhalten könnten. Denn ohne diese, möchte er das Land Azur nicht verlassen.

Drei sollt ihr sein

Nach einiger Zeit kann Greak seine Schwester Adara aufspüren, die ihm fortan mit magischen Fähigkeiten unterstützt. Fortan streifen sie gemeinsam durch die Welt und erledigen weitere Aufgaben für die Bewohner des Späherdorfs. Sie halten nun auch zusammen nach Hinweisen auf ihren großen Bruder Raydel Ausschau. Zu Beginn des Spiels, wenn wir nur mit Greak unterwegs sind, werden wir zunächst nur mit einfachen Rätseln und schwachen Gegnern konfrontiert. Sobald wir aber unsere Schwester gefunden haben, entfaltet sich das Gameplay weiter. Denn die beiden, beziehungsweise später alle drei, Charaktere befinden sich gleichzeitig unter unserer Kontrolle.

Jeder von ihnen hat unterschiedliche Fähigkeiten, die wir bei diversen Rätseln und Platforming-Passagen auch benötigen, um weiterzukommen. Während der kleine wendige Schwertkämpfer auch noch eine Armbrust mitschleppt, verschießt die Magie-fühlige Schwester magische Geschosse und kann einen Satz nach hinten machen, um Angriffen zu entgehen. Sie kann aber auch, anders als ihre Brüder, keinen Doppelsprung vollführen, dafür aber durch die Luft schweben. Und sie ist deutlich Wasser-affiner und kann schneller schwimmen und tauchen.

VOn offen zu linear

Raydel hingegen ist ein echter Ritter mit einem langen Schwert, großen Schild und kann nicht nur Angriffe, sondern auch Energiestrahlen abblocken. Außerdem besitzt er einen Greifhaken, mit dem er sich an bestimmte Punkte heranziehen kann. Um ihm auch einen Nachteil zu verpassen, kann er nicht schwimmen und erleidet Schaden, sobald er Wasser berührt. Das sorgt für viel Abwechslung und taktisches Vorgehen. Nicht nur bei Kämpfen, sondern gerade auch bei den Rätseln, mit denen wir immer wieder konfrontiert werden.

Bekommen wir zu Beginn von Greak: Memories of Azur noch regelmäßig Nebenaufgaben der Dorfbewohner, verliert sich dieser Aspekt recht schnell. Fortan folgen wir nur noch der Hauptgeschichte, sodass der anfangs offen wirkende Spielaspekt über den Haufen geworfen wird und sich zu einem linearen Abenteuer wandelt. Das Einzige, was uns noch auf Nebenwege führt, sind kleine Bonussammelgegenstände, die zum Beispiel das Leben der Geschwister erhöht. Das wir übrigens durch Heilgegenstände auffüllen können, die wir wahlweise finden oder herstellen können.

Gute Idee, schlechte Umsetzung

Hauptsächlich besteht unsere Aufgabe allerdings darin, einen bestimmten Punkt zu erreichen. Dazu könnt ihr aus einem von zwei zur Verfügung stehenden Ansätzen wählen. Zum einen könnt ihr euch einen Charakter aussuchen, mit dem ihr den Weg geht, und die anderen beiden anschließend nachzieht. Dabei müsst ihr allerdings aufpassen, denn die Feinde in der Welt von Azur spawnen ständig nach. Alternativ könnt ihr aber auch alle Charaktere gleichzeitig steuern – mehr oder weniger. Denn haltet ihr eine Taste gedrückt, bewegen sich die nicht von euch gesteuerten Geschwister zum aktiven Gruppenmitglied.

Haltet ihr dann noch eine andere Taste gedrückt, imitieren die anderen Charaktere, sofern in eurer Nähe, eure Aktionen. Die grundsätzliche Idee ist in Ordnung, durch die unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften ist es in der Realität nur schwierig umzusetzen. Gerade der fehlende Doppelsprung unserer Schwester Adara bringt sie immer wieder unnötig in Gefahr, da die beiden Brüder vorweg laufen können.

Handgezeichneter Stil

An der Optik gibt es hingegen nichts auszusetzen, denn der handgezeichnete Stil von Greak: Memories of Azur überzeugt auf ganzer Linie. Dadurch werden den Figuren und den 2D-Umgebungen Leben eingehaucht. Auch der Soundtrack ist stimmig auf die Spielszenen abgepasst und unterstreicht zu jeder Zeit die Atmosphäre des Spiels. Egal ob beim Erkunden der Gebiete oder in den fordernden Bosskämpfen.

Fazit

Greak: Memorzies of Azur sticht besonders durch den ungewöhnlichen Gameplay-Aspekt eines Action-Platformers heraus: die drei Charaktere. Dabei ergänzen sich die drei Geschwister vor allem durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften, die aber gerade beim Fortschreiten immer wieder hinderlich sind. Das liegt nicht daran, dass sie nicht gut durchdacht sind, im Gegenteil. Es ist eine Stärke des Spiels, das vor allem beim Rätseln sinnig ist. Vielmehr liegt es an der immergleichen Aufgabe. Das Laufen von A nach B. Das macht der handgezeichnete Stil des Spiels, gepaart mit dem Soundtrack, aber wieder wett. Wer sich nicht sicher ist, ob der Titel etwas für ihn ist, kann eine kostenlose Demo spielen und es sich anschauen. Aber gerade Fans von Action-Platformern wird der Titel gefallen.

Der Key wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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